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Tagebuch.
Seite
456
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T a g e b u ch.

i.

Aus Hamburg.

Budgetverhandlnngcn. — Senat und Bürgerschaft. — Censur. — Theater.

In der letzten Bürgerversammlung ist über den Budgetbestand Re­chenschaft abgelegt worden- Auch wird, wie jüngst, von Zeit zu Zeit auf Gehalterhöhung dieses oder jenes Beamten angetragen, und in der Regel ertheilt die Bürgerschaft Antragen der Art, aus natürlicher Gut­müthigkeit vermuthlich, ihre Zustimmung. Das ist nun auch Alles recht gut, aber es haben dieses Mal doch einige Bürger gemeint, geäu­ßert, versteht sich mit aller Bescheidenheit, daß mancher „höhere Beamte" wohl zu hoch besoldet werde. Wann wird man dahin kommen, das Budget nicht mehr summarisch, sondern etwas genauer und um­ständlicher zu verhandeln, wann wird man überhaupt unsere Staatsöko­nomie, die Besoldung des ganzen Beamtenpersonals von oben bis un­ten sorgfältig prüfen und sehen, ob Alles nach Verhältniß der Thätigkeit und Dienstleistung im Einklang ist! Wann wird man zu diesem Zweck eine Prüfungs-Commission erwählen, wann werden die sehr betheiligten, und mit Steuern in dieser schweren Zeit sehr bedrängten Bürger einse­hen, daß solches Vornehmen durchaus nothwendig ist? — Man hat so viel gesprochen und geschrieben über den Aufwand und die Unterhaltung der Cardinäle, über unsere vierundzwanzig Senatoren hat in ganz Deutschland noch keine Seele sich ausgelassen. — Die Anträge des Se­nats an die Bürgerschaft werden seit dem Brande drei ganze Tage von der Versammlung, gut und verständlich auseinandergesetzt, vertheilt; was hat ihrerseits dagegen die Bürgerschaft, was haben die Sprecher oder sogenannten Collegial - Vertreter gethan ? Nichts. Man hört nur oder