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Wie man Dramatiker wird.
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Wie man Dramatiker wird.

Dort in dem kleinen Estaminet der Rue Lepeletier unweit der großen Oper saßen wir zusammen, deutsche und französische Literaten, einige Künstler und Flüchtlinge. Man gähnte und sprach durcheinander. Gutzkow war vor Kurzem abgereist und gab Stoff zu einigen Worten. Von ihr auf das deutsche Theater war der Sprung nicht groß. Ein Mitarbeiter der Demokratie pacifique wunderte sich über die unge­schickte Stellung der deutschen Theaterdichter den Direktionen gegen­über. Sie haben kein Paris, keine centralisirende gebietende Mittel­punktstadt in ihrem blonden Deutschland, sagte ein Anderer, das ist die Ursache, daß bei ihnen Niemand herrschen, Niemand siegen Niemand imponiren kann, sei es in Politik, sei es in Literatur, sei es in der Comödie. Es sind lauter Localberühmtheiten an der Grenze des Localstaates, des Herzog- und Fürstenthumchens endet, verflacht sich auch der Einfluß, die Macht der Celebrität. Wo man in jeder Stadt von Neuem um Sieg und Anerkennung kämpfen muß, da ermüdet die Kraft, wenn sie nicht vollends Schiffbruch leidet. Bei uns kann ein Zufall ein Talent aus der Dunkelheit hervorziehen und es zum Helden des Tages machen. Und ist er erst Held des Tages in Paris, so zieht er in den Provinzen ohne Kampf als Triumphator umher. So ging es fast allen Matadoren unserer Literatur und unserer Bühne. In Frankreich bedarf es eines Zufalls, eines Treffers, in Deutschland braucht man ihrer fünfzig. Scribe, Melesville und vor Allem Bayard wären vielleicht in ihrem ganzen Leben keine Bühnen­dichter geworden.

Warumvor Allem" Bayard fragte die Demokratie Pacifique?

Weil er grade unter allen Andern ganz und gar der Sohn des Zufalls ist. Kennen Sie die Geschichte nicht?