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Tagebuch
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Tagev u ch.

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Bürger's Heimath.

Die göttinger Studenten wollen dem Dichter der Lenore ein Denk- mal setzen, und haben Mühe gehabt, sein Grab aufzufinden. Ein Glück, daß sein Verleger der Leiche folgte, denn ein alter Mann erinnert sich noch, gesehen zu haben, daß dieser einmal einen Sarg auf den Gottes­acker begleitete. An der Stelle, wo der Buchhändler damals sein Gebet verrichtete, wird sich nun ein Denkmal erheben mit der Inschrift: G> A. Bürger.

Außer seinem Verleger war wohl nur sein Arzt bei der Beerdigung zugegen. Beide waren seine einzigen Freunde; aber der Eine schützte ihn bei seinen Lebzeiten nicht vor Hunger und Elend, und der Andere schrieb nach seinem Tode eine so fehlerhafte Biographie von ihm, daß man noch immer nicht recht weiß, wo er eigentlich geboren ist, zumal da noch in neuester Zeit Biographen von Fach, wie Heinrich Döring, seinem Arzte in allen Punkten unbedingten Glauben beigemcssen haben. Molmerswende heißt der Geburtsort'"des Dichters; ein Dorf Namens Molmerswende, wo ihn seine Herren Biographen geboren werden lassen, eristirt nirgends.

Molmerswende liegt im Harz, zwei Stunden von dem berühmten Schloß Falkenstein entfernt, welches dem jetzigen Oberjagermeister gehört, bei dem der König zuweilen auf längere Zeit zur Jagd ist. Es gehört selbst zum Gerichtssprengcl dieser alten Burg. Eine Tradition, welche auch in die Handbücher für Harzreisende übergegangen ist, verlegt die Begebenheit, die Bürger indes Pfarrers Tochter von Taubenhain" (einer Ballade, die in Wahrheit viel mehr in's Volk gedrungen ist, als dieLenore," der sie freilich an Werth nicht gleich kommt) erzahlt, in die Gegend zwischen dem Falkenstein und Molmerswende. Der Gedanke lag nahe, denn das Schloß, das der armen Pfarrerstochter so in die Augen lachte, wird in dem Gedichte selbst Falkenstein genannt. In der Beschreibung von Taubenhain will man das nahe Dorf Pansfelde er­kennen. Dort wird nochdas Weizenfeld hinter dem Garten" gezeigt.