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Zur Theorie der Volksschrift.
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Zur Theorie der Volksfchrift.

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Dcrthold Auerbach. ') i.

Das Pikante und Interessante in seinem Verhältniß zur

Bolro^cyrrft.

Es gibt viele Richtungen des heutigen Geschmacks, deren fahriges Wesen eben damit noch nicht leicht einer begrifflichen Be­stimmung Stand hält. Hierzu gehört auch die Richtung nach dem Pikanten und Interessanten. Suchen wir daher einige Merkmale dieser Richtung festzuhalten, um daraus das Verhältniß der Dich­tung für das Volk zu ermitteln. Die Volksliteratur theilt Luft und Licht und alle äußeren Bedingungen mit den Bestrebungen, die für die höheren Gebiete des Geistes sich regen.

Das sogenannte höhere Gesellschaftsleben bewegt sich fast ausschließlich zwischen den positiven und negativen Polen, die da heißen: Amüstren und Ennüyiren. Die Literatur des Interessanten und Pikanten schlägt hier hinein.

Pikant ist das Unvergohrene, oder das durcheinander Gehackte, das scharf Gebeizte; es soll nicht sättigen und nicht tränken, es soll nur den Gaumen reizen, die verlorene Genußfähigkeit anregen.

Welch' einen eigenthümlich beliebten t>iu,t K<M verleiht da eine recht wilde Subjectivität. Bringt nur Alles vor, wie es euch in den Sinn kommt, seid nicht so pedantisch, es an einem unvergäng­lichen Maßstabe zu prüfen und nur das Wirkliche und Wahrhafte zur Erscheinung kommen zu lassen, laßt euch nur ganz gehen, ge­wiß, ihr seid pikant.

Im Pikanten stellt sich das Unvereinbarste neben einander. Man gibt sich nicht die Mühe oder hat die Kraft nicht, es zu ei-

*) Aus einem bald erscheinenden größeren Werke. Gnnzboten, IS4N. II.

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