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Tagebuch.
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391
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T a g e b u clj.

i.

Ans Paris

Frauen- und Literatcnmode. Deutsche Namen. Die deutschen Maler in Paris. Cham, der Sohn Noa's.

Die deutsche Literatur wird in Frankreich Mode. Mißverstehen Sie mich nicht; nicht etwa, daß deutsche Bücher, deutsche Dichtungen, deutsche Sprache an Verbreitung gewinnen, behüte! Sie wird Mode wie der Paradiesvogel, den elegante Damen in die Haare stecken, wie der ostindische Shawl, den sie sich umhängen. Fragen Sie eine dieser pariser Schönen um die Naturgeschichte dieses Vogels, mit dem sie den schwarzlockigen Kopf schmückt, um die Beschreibung dieses Landes, dessen kostbares Gespinnst sie um ihre schlanken Glieder drap- pirt, und sie wird Ihnen über diese sonderbare Zumuthung von Kennt­nissen einen jener ironischen Blicke zuwerfen, die in's Französische übersetzt heißen: O du dummer Auslander, wie wenig kennst du Pa­riser Sltttn, wenn du eine Dame von Welt um solche pedantische Dinge befragst. So ist es auch mit der Kenntniß deutscher Literatur. Kein französischer Schriftsteller, der nicht mit den Namen Göthe, Herder, Hegel coquettirt. Zwar mit weniger Geschick, als die Damen mit Paradiesvogel und Cachemirshawl. Denn in der Regel werden diese Namen ganz am unrechten Orte citirt. Der literarische Para­diesvogel wird oft an den Bauch, statt auf den Kopf befestigt; der Shawl wird um die Füße, statt um den Nacken gehangt. Aber was thut das? Die Anderen merken es ja nicht und der fremdartige Name thut doch seine Dienste, er imponirt, er verblüfft. Werden Sie es glauben, daß unlängst der Bischof von Chartres gegen Hegel donnerte, oder eigentlich gegen Cousin, der in seiner philosopischen Eklektik auch Hegel'sche Ideen aufgenommen. Nun ist es bekannt, wie viel, d. h. wie wenig unser Herr Vetter Cousin von dem Ber­liner Philosophen versteht, und es ist leicht daraus zu schließen-, wie viel mehr erst Se. Gnaden der Herr Bischof weiß. Aber was scha­det das ? Hegel ist nun einmal ein Schlagwort geworden, hinter dem