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Die Einführung der Jesuiten in Tyrol.
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Die Einführung der Jesuiten in Tyrol

Conservative Blätter ließen zur Glaubensstärkung der Schwachen verlauten, Stände und Regierung wären einander bei der Berufung der Jesuiten nach unsern Alpen in ihren Wünschen begegnet. Es ist ein zweites Helgoland das in seine Felsenbastioncn eingerammte Tirol; die Halbscheide des Jahres steht es mit dem übrigen Fest­lands kaum in Verbindung, ja es gibt bei uns Leute, die im vollen Ernste zweifeln, ob sie wälsch oder deutsch sind? Der Ge­schichte nach haben wir immerhin zu Deutschland gehört, und so dürfte es nicht Anmaßung scheinen, wenn wir auf lebhaften An­theil der deutschen Brüder an unsern Leiden und Freuden rechnen.

Da von der Einwirkung der Stände auf vorliegende Sache die Rede ist, so muß ich voraus erinnern, daß man bei uns nicht Stände vermuthen darf, wie sie in andern Theilen unseres lieben deutschen Vaterlandes in Brauch sind, vielmehr haben die unsrigen mit jenen wenig gemein. Es sind 52 Männer, je 13 aus der Geist­lichkeit, dem Adel, den Städten und der Bauerschaft, sie werden auf Lebensdauer gewählt, und vom Kaiser bestätigt, seit Joseph II. steht der jeweilige Gouverneur als Landeshauptmann an ihrer Spitze. Die Geistlichkeit verknüpft die Standschaft mit dem Be­sitze gewisser Pfründen; die Abordnung der Adeligen steht beim Matrikelcongresse, in letzter Zeit schlug sie meist der Landesmarschall unmittelbar der Negierung vor; die Wahl der Vertreter des Bürger­und Bauernstandes erfolgt durch Gemeindeausschüße. Das Volk in den Bergen hängt unerschütterlich am Alten, nicht nur am alten Glau­ben, sondern auch an den eingerosteten, damit verwachsenen Vorm-