Poeten- und Stndentenlebeu iu Prag.
Erinnerungen von S—y.
II.
Brentano, Novalis, Musäus, alle drei so mährcheichaft, wie das mährchenhafteste ihrer Mahrchen, wissen ihren romantischen Helden keine bessere Heimath zu geben, als eben das Land,
Wo alle Quellen singen Uralte süße Weisen Und alle Bäume klingen Und ihren Boden preisen;
Wo noch im Steine Seelen Im Moose Geister liegen, Die heimlich dir erzählen Von alten heil'gen Kriegen.
Selbst Shakspeare den Gott, als er auf dem buntesten romantischsten Schiffe, dem Wintermährchen, daher fuhr, zog es sympathetisch dahin, und er schuf sich ein Meer, und auf dem neuen Meere flog er mit den bunten Wimpeln unter dem Gesänge Arielöfort, und landete an den Küsten Böhmens.— Aber sie Alle, Shakspeare mit eingeschlossen, kannten den Zauber Böhmens nicht wie ich, der mit seinen melancholischen Liedern, mit seinen düstern Sagen, mit den Prophezeihungen des blinden „Jünglings" aufgewachsen, dem man bei jedem Steinhaufen von Ziszka, bei jedem Brunnen, Schlosse, Kirchthurme, Kloster, von Königen,