Anszeichnnngen eines österreichischen Militärs.
Herausgegeben von Stephan Thurm.
XII.
Die Gcncral-ArtiUcrie-Direction.
f'.in Gespräch zwischen dem Borgcsetzren des Erzählers und dem Garmsons-
Licutenant.)
Lieutenant. Die General-Artillerie-Direction ist eigentlich nichts Anderes, als eine Avancementscensurdirection, und was ich unter Censur mir denke, das wissen ohnehin Herr Oberstwachtmeister. Alles Ueb- rige, was in das Bereich dieser hohen Stelle gehört, ist von keinem großen Belange.
Mein Herr. Wenn die Avancementsvorschläge immer mit Gewissenhaftigkeit verfaßt und die Conduitenlisten mit Wahrheit ausgefüllt werden, so können meines Erachtens von der Generalartillerie- Direction bisher unmittelbar nur wenig Ungerechtigkeiten begangen worden sein, und es kann von Niemand in Abrede gestellt werden, daß in keiner Branche mit einer solchen Festigkeit an dem Ancienne- tätssystem gehalten und bei dem Vorrücken der Offiziere eine gewissenhafte Unparteilichkeit beobachtet wird.
Lieutenant. Wenn die Voraussetzung hinsichtlich der Avancementsvorschläge und Conduitenlisten wahr wäre, so würden natürlich weniger Individuen in der Artillerie zu hohen Chargen gelangt sein, die kaum einen Corporal vorstellen können. Wenn man einmal Offizier ist, so kann man auch mit Jenen, die hinsichtlich ihres Talents, ihrer wissenschaftlichen Bildung und selbst hinsichtlich ihrer physischen Beschaffenheit eine glänzende Carriere verdient hätten, mit-
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