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Tagebuch.
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177
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T a g e b u ch.

Au« Neapel.

Ende September.

Bricfgchcimniß, europäische Journale und Gesandtschaften. Rothschild'S Cavinet de Lectürc. Militär- und Priesterherrschaft; Galeerensklaven und Hinrichtungen. Die Industrie Neapels oder das bittere t-ir nivittv. Die Lazzaroni. Auswärtige Politik; Guclfen und Ghibcllinen. Der italieni­sche Zollvercinsplan oder Oesterreichs Hegemonie in Italien. Französische Noten. Der Herzog von Aumale und seine Braut.

Sie sehen, lieber Kuranda, daß es mir Ernst um mein Verspre­chen ist, indem ich schon am zweiten Tage nach Ihrer so plötzlichen Abreise mein neues Correspondentenamt antrete. Sie haben sich selbst überzeugt, wie schwer es ist, von hier aus Nachrichten in politische Blätter zu senden. Fast alle Briefe werden geöffnet, und wenn nicht große Umwege und Kunstgriffe eingeschlagen werden, so schlüpft keine Maus unaufgehalten durch die Post. Nicht einmal die französischen Blatter haben eine Privatcocrcspondenz aus Neapel, das ihnen doch wichtig genug ist. So klein die Zahl der hier lebenden Deutschen auch immer ist, so hat man doch bei der Post Jemand, der auch die deutschen Briefe durchmustert. Die Cabinetscouriere allein bieten ei­nen sicheren Weg zur uneröffneten Beförderung, und man muß den hiesigen Gesandtschaften die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß sie sehr gefällig gegen ihre Landsleute sind, die sich nicht in Politik mi­schen. Für politische Correspondenzen ist außer der erschwerten Com- munication auch noch der Nachtheil, daß es hier keine öffentliche Mei­nung gibt, weil Niemand über Politik spricht, nicht etwa blos aus Furcht, sondern aus vollständigem Mangel an Interesse daran. Das untere Volk, das nicht einmal um sein Hauswesen sich kümmert, kümmert sich natürlich noch weniger um Staatswesen; in den oberen Classen ist die Indolenz nicht minder groß, und die Geistlichkeit sorgt

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