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Gustav Mosen.
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Nicht weit von dem Städtlein Elsterberg im Voigtlande steht auf einem Berge die Ruine des Schlosses Liebau, deren Thurm gar ernsthaft hinunterschaut auf die geschwätzige Elster, die drunten den Steinen lauter Wundergeschichten erzählt von badenden Nymphen, vom Wafserneck, vom Liebesleid und anderen Geheimnissen; aber kein ungeweihtes Ohr versteht ihr Schluchzen und Jauchzen durcheinander. Der Thurm droben weiß auch Geschichten zu erzählen, er bleibt aber immer schweigsam, und nur, wenn sein alter, rauher Kumpan, der Sturm, um ihn hersaust, fängt er an zu stöhnen und beginnt einen langen Sermon, der von vergangener Große handelt.
Es ist schon lange her, als dort auf Schloß Liebau die schöne Geliebte des starken August wohnte und dem von der Jagd ermüdeten Fürsten Freuden schaffte, aber früher noch hausten da meine Väter. Ich weiß nicht, wie es kam, daß ihnen am Ende vom Schloß Nichts übrig blieb als der Name. Mein Urururgroßvater war noch ein junger, frischer Mensch und mochte mit diesem Erbtheil allein nicht zufrieden sein. Da dachte er drüber nach, wie er es wohl zu einer großen Herrschaft bringen könnte. Er hatte sich in der Welt umgesehen, harte Viel gelernt, verstand Latein, konnte brav hauen und stechen und meinte nun, es könne ihm nicht fehlen. Aber seine Eroberungspläne scheiterten alle, und deshalb ward er mißmuthig, und ging sogar einmal in die Kirche nach Elsterberg, um vom heiligen Georg, seinem Schutzpatron, sich einen guten Rath zu holen.
Gr«»zbot«n 184». II. 66