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Gedichte.
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Gedichte von Moritz Hartmann.

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Wie Drei.

Im Ungarland, bei einem Pustawirthe, Da sitzen drei in Sturm und Nacht Verirrte, Im Ungarlande, wo des Zufalls Wind Zusammentreibt verschied'ner Länder Kind.

Ihr Augenlicht verschied'ner Flammen Gluthen, Ihr Lockenhaar verschied'ner Ströme Fluchen, Doch ihre Herzen, ihre wunden Herzen Die Thränenurnen fast derselben Schmerzen.,

Der Eine ruft: Ihr schweigsamen Gesellen, Soll kein Toast der Zecher Trinklust schwellen? Ich bring' es Euch dem Vaterland! wohlan! Es lebe frei und groß Stoßt an! Stoßt an!

Dem Vaterland! Ich aber selbst bin Einer, Der sein's nicht kennt, denn ich bin ein Zigeuner, Mein Vaterland liegt in der Sagenwelt, Im Geigenton, von Schmerz und Sturm geschwellt.

Ich ziehe schwärinend über Haid' und Puste Und denke nach dem schmerzlichen Verluste, Doch bin ich längst der Heimathlust entwöhnt Und denk' Egyptens, wenn das Cymbal tönt.

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