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Tagebuch.
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131
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T a g e b u <ch.

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A » S Prag.

Die Kattundrucker und ihre Revolte. Seitenblick auf die schlesischen Weber. Die Judenstadt. Die Funkindustrie überhaupt.

So haben auch wir unsere große Woche gehabt, unsere Juni­tage, unsere Straßenemeuten, unsere braun und blau geprügelten Tricoloren, die vollständigste Revolution gegen die Dynastie der Kattundrucker. Ware die Sache nicht so verteufelt ernsthast, man hätte sie für Spaß halten können. Eine Revolte in Prag! Achtzehnhundert Menschen, die sich zusammenrotten und ein förmliches Lager bilden seit der Schlacht am weißen Berge hat man solches hier nicht gesehen, und doch gibt es hier keine subversive Presse, keine Pam­phlets ä la Treumund Welp. Was würde der schlestsche Oberprä­sident von Merkel sagen, wenn er den hiesigen Scenen beigewohnt hätte! Haben etwaOst und West", oderdie k. k. privilegirte Pra­ger Zeitung" durch ihre revolutionären und communistischen Artikel die Drucker aufgereizt?

Die halb komische und ganz ernsthafte Episode, die wir hier er­lebten, hat mancherlei große Lehren in ihrem Gefolge, tiitec t'-tlml-t «locvt: mimo, daß der Mensch überall ein Mensch ist, er mag nun den National, oder die Prager Zeitung, oder auch gar Nichts lesen; secunilo, daß das Fabrikenwesen in allen Ländern der Welt eine große Krisis herbeiführen wird, und daß Lyon und Manchester auch in Schlesien und Böhmen ihr Widerspiel haben.

Lassen Sie mich die hiesigen Vorgange näher beleuchten. Die Lage der hiesigen Kattundruckcr ist sehr zu unterscheiden von der der Weber in Langenbielau :c. Die dortigen Arbeiter, in zwei, drei Dör­fern concentrirt, deren Bevölkerung nur von den dort ctablirten Fa­briken lebt, wo der Fabrikherr gewissermaßen die Arbeiter als seine Leib­eigenen betrachten kann (wie es denn wirklich dort vorgekommen ist,

Grcnzlwt-Ii n.