Bemerkungen über Hegel sche Philosophie, von einem Apostaten.
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Erster Artikel.
Wer wahrheitsliebend genug ist, den Worten, wie sie der Zeitgebrauch unö zuwirst, ein inneres Verständniß bringen zu wollen und nicht eher zu ruhen und zu rasten, als bis es gelungen oder ihre Unfaßlichkeit erkannt worden, der trägt einen so sichern Talisman gegen die Lüge in sich, als es überhaupt einen geben mag. Oder man muß, was dasselbe sagen will, den Charakter haben, nicht mehr und nicht weniger, denn man ist, sein zu wollen. Solch selbstvertrauender Bescheidenheit Gegenspiel sind die Pfauenfedern des Raben in der Fabel. Man hat es in der letzten Zeit erleben müssen, daß bei einem großen Haufen deutscher Gelehrter und Schriftsteller alle Ursprünglichkeit des Denkens und Schreibens erstarb, und ein bestimmter Modeschnitt sich ihren geistigen Gestalten aufprägte. Man meinte nicht mehr zeitgemäß zu schreiben, wenn man der Individualität ihren Lauf ließ; man fand schal und abgeschmackt Alles, was sich von der allgemeinen iRegel ausnahm — man las fast kein Buch mehr, das sich nicht sogleich als zeitgemäß auswies. Unsere Philosophen hatten nämlich urplötzlich die Entdeckung einer sogenannten absoluten Form gemacht. Die Wahrheit selbst, eine einzige, einige, konnte natürlich nur eine einzige Form haben, und diese war denn auch gutmüthig genug, sich alsobald finden zu lassen. Mit dem Sprachgebrauche des Volkes mochte sie wenig zu thun haben. Dieses spricht, wie ihm Mund und Schnabel gewachsen, und bewußte Thätigkeit darf ihm dabei kaum zugeschrieben werden. Solch unbewußtes und fast instinktartiges Bilden und Gestalten des Volkes aber ist das grade Gegentheil aller Philosophie. Diese neuerstan-