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Tagebuch.
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627
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T a g e b u ch.

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Laube's Struenfee.

Ein eigenes Gefühl beschleicht uns bei Namen, wie Pombal, Struensee, Joseph II. Herrliche Tannen, die auf ihrem hohen Felsen keine Nahrung und keinen Halt mehr für die gewaltigen Glieder fan­den und nun gestürzt und zerbrochen vor uns liegen. Tadelt den Felsen nicht, daß er Stein, klaget die Tanne nicht an, daß sie empor­gewachsen: Das Fatum ein Vogel, ein Windstoß trug den Samen dahinauf, wo seine Entwickelung, je reicher sie wurde, desto sicherer zum Verderben führte.

Es ist auffallend, daß dieser unwiderstehliche Prozeß der Selbst­vernichtung verhaltnißmaßig so selten da, wo er am Interessantesten ist, an Mannern der Geschichte von unseren Dramatikern gezeigt wird. Laube hat mit seinem Struensee einen sehr glücklichen Wurf gethan. Ein Mann von idealem Schwung der Gedanken, klarer Anschauung und festem Willen, der schonungslos in die Schaden des Staates, in die Vorurtheile der Kasten greift; ein Mann, der allein stehend es versucht, was noch zwanzig Jahre nach ihm eine ganze und so leb­hafte Nation, wie die französische, nicht völlig ausführen konnte: die Herstellung eines Vernunftstaates; ein Mann, welcher den Muth hat, daß er das Volk zwingen will, frei und glücklich zu sein, und wel­cher, verkannt, mißhandelt, zum Schaffote geschleppt von demselben Volke, nur an sich selbst, und doch weder an seinem Ideal, noch an dem Volke verzweifelt, ein solcher Mann ist eine Heldennatur. Wie lange wird es anstehen, und Dänemark erkennt als nöthig, ja als einzige Rettung, was ihm Struensee geben wollte Reform? Jetzt ist es keine Person mehr, die ihm die Wohlthaten aufdrangen will, jetzt ist es die zu allen Thüren eindringende Noth, die man