T a g e b u ch.
i.
Notizen.
Das Cartell und Cancrin. — Eichhorn an die katholischen Bischöfe. — Bischof Alexander und seine Proselyten. — Der christliche Staat und die Wissenschaft. — Ein Renegat. — Tantiemes in Berlin. — Berliner Professoren.
— Das Cartell zwischen Prcnßcn und Rußland ist erneuert. Diese Thatsache steht in eigenthümlichem Zusammenhang mit einigen Gerüchten, die in letzter Zeit umgingen. Kurz uach der Verweisung der polnischen Emigranten aus Posen kam daö Gcrncht von einem preußisch-russischen Handelsvertrag und einer Erleichterung dcö Grcnzvcrkchrö; dieö Gerücht wurde wicdcrrufen und darauf kam ein anderes, wornach Nußland für „gewisse Zugeständnisse" einige Handclö- vortheilc versprochen und, nachdem es die Zugeständnisse erhalten, sein Versprechen vergessen habe. Wir wiederholen: es wnr ein Gerücht; aber daß so wenig ehrenvolle, uns als unwürdige äunvs und Rußland als Pfifficus darstellende Gerüchte nur möglich sind, ist schon an sich bezeichnend. Man wird wohl bald sehen, ob die Erneuerung des Cartells ein Handclovorthcil oder ein Zugeständnis; ist. Hoffentlich Ersteres. Ecmcrin ist ja unser lieber Landömann, aus Hessen gebürtig, hat auf deutsche» Hochschulen studirt und heißt Krebs. Wegen bur- schcnschaftlichcr Gesinnungen, wie man sagt, rclcgirt, wollte er anfangs Bnchhändler werdui, besann sich aber bald eines Besseren, wnrde russischer Minanzministcr, Schöpfer des jetzigen Schutzzollsystems und rächte sich so an „des Deutschen Vaterland". Deutschland hat von jeher viel Krebse gehabt.
— Der Minister Eichhorn hat den katholischen Bischofen Preußens i» einem sehr milden und schonungsvolleu Rundschreiben die Ein-