Theatralisches aus Berlin.
Döring. —Prutz: Moriz von Sachsen. —Ein neues Ballet von Taglioni.— Laube's „Bcrnsteinhere" auf der Bühne. — Lateinisches Theater. — Thorzettel.
Unsere Theaterintendanz verdient in ihrem rastlosen und glücklichen Bemühen, den Mangel des Opernhauses nicht fühlbar werden zu lassen, aufrichtigen Dank. Die größeren Opern sind ohne merklichen Nachtheil in dem kleineren Raum des Schauspielhauses in Scene gegangen. Döring's Gastspiel bringt uns die größeren classischen Werke zurück, für welche im Grunde sonst die Kräfte hier fehlten; Neuigkeiten haben wir ebenfalls bereits mehrere gehabt, andere sind noch in Aussicht. Prutz' „Moritz von Sachsen" ist dem Vernehmen nach angenommen, über „die letzte weiße Rose" von dem Redacteur dieser Blätter hoffe ich in ganz Kurzem einen günstigen Erfolg mittheilen zu können. Ein neues Ballet: „Die, Liebesinsel", mit außerordentlicher Pracht in Scene gesetzt, ist bereits vorübergerauscht, hat aber wenig Eigenthümliches gebracht. Da es von Mitgliedern der hiesigen Bühne (verfaßt von Taglioni, in Musik gesetzt von Gährich) stammt, so wird es sich vielleicht länger halten. Ebenso sahen wir in vergangener Woche zum ersten Mal Laube's „Bernsteinhere". Ich bin Ihnen einen Bericht darüber schuldig, aber ich wünschte, ich könnte Ihnen Besseres melden. In Wahrheit, der Erfolg war kein glücklicher. Das Stück ist ein Mißgriff in doppelter Beziehung: in Betreff des Stoffes, in Betreff der Behandlung. Sie müssen mir schon erlauben, daß ich mich etwas weiter auf Motivirung einlasse, als es eigentlich der Raum für eine Mittheilung gestattet, allein da