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Für Rußland!
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K ü r n sxlaud!

Rußland scheint bemüht, den Marquis de Custine, den man li­terarisch nicht gut widerlegen kann, durch praktische Beweise lind durch täglich sich wiederholende Beispiele -ul »I,«»,dum zu führen. E6 ist wahr, der den Nüssen eigenthümliche Pechgeruch rückt uns immer näher; eben darum ist es aber hohe Zeit, zu beweisen, daß es eigent­lich kein Pech- sondern ein Ambra- und Wohlgeruch sei. Wozu gäbe es sonst Objectivetät und Gründlichkeit in Deutschland? Custine hat nicht übertrieben, aber er hat die Thatsachen falsch aufgefaßt. Wir wollen an einigen neuern russischen Vorfällen, die wir den jüng- stcn Zeitungen entlehnen, dies nachweisen. Diese Vorfälle scheinen crasser, als Alles, was Custine erzählt, doch braucht man sie nur recht objectiv inS Auge zu fassen, und sie werfen ein ganz anderes, ein verklärendes Licht auf das morgenländische Kaiserthum.

In der Petersburger Militärschule, wo die Kinder von Offizieren und Adeligen großmüthiger Weise auf Kosten des Kaisers erzogen werden, erfrechten sich die undankbaren Schüler, ihren Professor zu verhöhnen. Warum? ist unbekannt, aber jedenfalls gleichgiltig. Der Professor, der den Generalsrang hat, beklagt sich darüber höhern Orts. Der Kaiser, empört über dies Jnsubordinationsverbrechen, welches ein um so schrecklicheres Symptom ist, weil von unreifen Knaben begangen, verfügt sich selbst in die Anstalt und bedroht die ganze aufrührerische Classe mit exemplarischer Bestrafung. Ein Cu­stine würde vielleicht schon dicö kleinlich schelten und bespötteln, wäh­rend doch wohlthuend zu sehen ist, wie der Selbstherrscher von sechszig Millionen Seelen sich gleich einem HauSvater um die gute Zucht der künftigen Staatsbürger kümmert und sein schweres Weltzepter in Ncbenstunden als Schulruthe gebraucht. Die Jugend erstarrt bei dem Anblick des weißen Czaren, fünf Schüler treten frei-