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Deutsche Taschenbücher : Rheinisches Taschenbuch für 1842 H herausgegeben von Dr. Adrian.
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einem Dolche durchbohrt, den Bernetti ans sie gezückt hatte. Ezzelin ringt mit Bernetti, und entwaffnet ihn. Ganz Padua ist in Aufruhr, Welfm und Ghibellinen theilen die Stadt in kämpfende Lager. Der aufgehende Tag zeigt Ezzelins Sieg, die Straßen unb Paläste mit Leichen bedeckt. Als nach diesem Begebniß Ezzelin düster sinnend in seinem Gemache saß, erschien Donna Laura vor ihm, von Liebe zu dem Manne im ver­ödeten Palaste getrieben. Sie kommt, ihn von der Schwermuth zu er­retten, in der er sich zu verzehren droht. "Nun bin ich hier, Ezze­lin," sagt sie,mit meinem fühlenden Herzen, das mit Euch weinen will, und die Hälfte des tödtlichen Grams, der Euch verzehrt, von Euch for­dert. Zu Euren Füßen kniee ich und flehe um diese Gabe. O blickt mich sanft und menschlich an, lächelt gütig auf mich herab. Sie drückte seine Hand von Neuem an ihre Brust, an ihre schonen Lippen. Du warst ihre Freundin, und kommst Blutrache für sie zu fordern, sagte Ezzelin, mit der Linken über seine Stirn fahrend. Auch das, wenn Du willst, athmete Laura. Dich nur rette, Du Herrlicher! Kann Blut die Fessel sprengen, die Deine Seele drückt, den Fels wegspülen, der auf ihr lastet, so laß es fließen. Vergieß es in Strömen, Du hast die Macht dazu und das Recht. Man sagt es sei Dir Botschaft gekommen vom Kaiser, der Dir anräth, ein strenges Gericht zu halten über Padua, und die frevelmüthige Stadt ohne Gnade zu züchtigen. Dem ist so. Und willst Du es? Ich will es. So ward Ez­zelin der Tyrann von Padua, und Laura nach Jahresfrist seine Gemah­lin.,, --Es kann auffallen, warum einem schon in seiner Alllage

so gemischten und unsichern Charakter, wie Ezzelin, vom Kaiser Frie­drich II. der wichtige Posten in Padua anvertraut wird. Dieser Punkt scheint in der vorliegenden Erzählung nicht befriedigend gelöst. Um dies zu thun, hätte der damalige Zustand der Fehde zwischen Ghibellinen und Welsen, die nur im Allgemeinen erwähnt wird, näher und wirksamer in die Geschichte gezogen werden sollen, und dafür wäre vielleicht gera­thener gewesen, solche Episoden, wie die bekannte Kreuzfahrt deutscher Knaben, wegzulassen. Zwar ist diese sehr ergreifend vorgestellt, doch liegt sie den Grenzen dieser Novelle zu fern. Als Ungleichförmigkeit in der Composition erscheint die Art und Weise, wie Friedrich II. eingeführt ist. Er tritt gleich Anfangs zu sehr in den Vordergrund; diese mächtige Persönlichkeit fesselt sofort unsere Aufmerksamkeit, und wir müssen uns doch nachher entschließen, sie gegen eine andere, minder große, umzu­tauschen. Die Form dieser sehr unterhaltenden Erzählung ist leicht