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Zur Würdignng der neuesten nationalen Bewegungen
in Deutschland.
Von Dr. I. Cr.
Was kann Deutschland hoffen? In wiefern können die jetzigen Zustände Grundlage einer schönen Zukunft, eines auf festen Säulen ruhenden Gebäudes deutscher Kraft, deutscher Freiheit und Würde sein? Wie können die Keime dieser Zukunft gcweckt werden zu kräftiger, üppigwuchcrnder Selbstentfaltung, auf daß Deutschland sich erhebe in seiner festen und herrlichen Eigentümlichkeit zur Einheit und zum Glänze?
Gewichtige, bedeutsame Fragen, nach deren Lösung die neueste Zeit aufgeregter, begehrlicher und auch hoffnungsreicher als je strebt. Eine innigere Wärme, ein bewußtseinvolles Streben, hat sich der Presse, der öffentlichen Meinung und der einzelnen Geister beinächtigt. Jene kurzsichtigen Politiker aus dem Anfange der dreißiger Jahre, die so schnell an allein verzweifelten, fangen an sich zu verlieren; ihre Tendenzen hatten sich bald erschöpft/ sie sind an ihrer Armnth und Einseitigkeit selbst bankrott geworden. Sie wollten Resultate, ohwe dafür eine Grundlage zu schaffen. Eine neue, nicht minder radicale, wiewohl »»revolutionäre*) Richtung gibt sich kund, die ohne im Mindesten die Ge brechen zu verkennen, welche einzelnen deutschen Zuständen
Gewöhnlich nennt man revolutionär diejenige Meinung, die da glaubt, daß mit Umwälzung des Bestehenden der Anfang gemacht werden müsse, wenn von Bcsser- werden die Sprache sein soll. Der RadicaliSnmS glaubt dieß nicht, ohne darum eine geringere Summe von Freiheit zu verlangen. So versteht die vublicistische Polemik in England und Frankreich diese Worte und in diesem Sinne nennt sich der National revolutionär. In Deutschland nennt man revolutionär jeden activen Widerstand gegen die Staatsgewalt; sehr mit Unrecht. Dann müßte man auch den mäßigen Dchlmann, der in seiner „Politik" das Recht des Widerstands lehrt und der kein Radialer ist, einen Revolutionär nennen.