Die Leipziger Gewaudhauskonzerte.
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schied der Zeit, sondern auch des ganzen Charakters der beiden Kunstübungen spricht sich in diesen Verschiedenheiten aus. —
Noch zu zahlreichen Bemerkungen böte die Sammlung Anlaß, denn Heyse hat in allen Gattungen der Lyrik sich versucht: er hat „Landschaften mit Staffage" geschrieben, ein Titel, der ein poetisches Prinzip in sich verbirgt; er hat eine größere Anzahl Epigramme auf „Kunst und Künstler" gedichtet, „Vermischte Gedichte," unter denen die feinfühligen, verständnisreichen „Dichterprofile" sich finden, endlich eine Reihe Balladen und kleinere Erzählungen, die zu dem Besten gehören, was wir besitzen. Insbesondre ist das „Festmahl des Alten" wegen seiner klassischen Schönheit hervorzuheben. Doch auf alles dieses können wir in dieser Skizze des Heyseschen Geistes nicht mehr eingehen, wir müssen uns mit dem kurzen Hinweis darauf begnügen. Aber selbst diese Skizze wird hoffentlich das Urteil motivirt haben, daß wir mit Heyscs Gedichten eine bedeutsame und in sich selbst individuell vollendete lyrische Erscheinung in die Reihe der deutschen Lyriker einzuordnen haben.
Die Leipziger Gewandhauskonzerte.
(Schluß.)
ie festlichen Abende der Einweihung des neuen Leipziger Konzerthauses sind vorüber, und alle Sorgen und Befürchtungen, die man wegen der Akustik des Saales gehegt hatte, sind in nichts zerronnen: „es klingt wundervoll" — das ist das Urteil, das man aus aller Munde hören kann. Nicht nur der rauschende Strom des vollen Orchesters, auch jedes einzelne Instrument, nicht nur ein breites und getragenes Bläserforte, auch die zartesten und flüchtigsten Geigenpasfagen, nicht nur die Instrumentalmusik, auch der Gesang, und nicht nur der volle Chor, sondern auch die einzelne Männer- oder Frauenstimme — alles klingt gleichmäßig klar, deutlich und schön. Dieses Ergebnis ist umso überraschender, als die Einrichtung des Saales noch in den letzten Wochen, wo freilich die Gerüste noch standen, selbst die Nächststehenden und Eingeweihten nicht mit voller Zuversicht erfüllte. Um den ganzen Saal läuft in mäßiger Höhe eine Galerie, die zwar an den Langseiten nur bescheiden vorspringt, an den Schmalseiten aber sich verbreitert, weil sie hier auf der einen Seite, über dem Orchester, in den Orgelchor übergeht, auf der andern, dem Orchester gegenüber, zu einer tiefen Mittelgalerie sich erweitert; über dieser Mittelgalerie erhebt sich außerdem uoch