Archiv und Bibliothek des Vatikan.
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Wir müssen wiederholt aussprechen, daß jedes auf die Gewinnsucht speku- lirende Glücksspiel sittlichen und wirtschaftlichen Schaden in unser Volk hineinträgt. Und wenn man darüber hinwegzukommen sucht mit dem Troste, daß dadurch doch andre wohlthätige Zwecke gefördert werden, so huldigt man einem Satze, den man sonst in der Regel schwer verurteilt: Der Zweck heiligt die Mittel.
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Archiv und Bibliothek des Vatikan.
eit Leo der Dreizehnte den päpstlichen Stuhl bestiegen hat, regt sich im Vatikan ein neuer Geist wissenschaftlicher Bestrebungen, dessen Früchte in einer großen Zahl wichtiger Publikationen bereits zu tage getreten sind und von dem wir weitere Früchte von gleicher Bedeutung zu erwarten haben. Obwohl diese Bestrebungen zunächst der katholischen Kirche zugute kommen sollen, so tragen sie doch einen mehr universellen Charakter, da sie nicht nur der wissenschaftlichen und besonders kirchenhistvrischen Forschung aller christlichen Konfessionen neues, wichtiges Material darbieten, sondern auch der Geist der freien Wissenschaft, die ja namentlich in der Erforschung der historischen Wahrheit über dem Interesse der Konfessionen stehen soll, diese Veröffentlichungen ins Leben gerufen hat und sich auch in der Art und Ausdehnung dieser Veröffentlichungen geltend macht, soweit natürlich das Interesse nnd die Traditionen der katholischen Kirche nicht direkt ein Halt gebieten.
Einen äußeren Ausdruck haben diese Bestrebungen in dem an die Kardinäle de Luea, Pitra und Hergenröther gerichteten Schreiben des Papstes vom 18. August 1883 gefunden. In demselben fordert Leo der Dreizehnte zu einer fleißigen Benutzung des vatikanischen Archivs auf, indem er zugleich die Überzeugung ausspricht, daß diese Forschungen zur Verherrlichung des Papsttums gereichen würden. Dieser Aufforderung, die an alle Gelehrten, freilich zunächst an die katholischen, gerichtet ist, entsprechen auch die Maßregeln, die vom Papste selbst getroffen worden sind, um dem Ziele einer umfassenden Ausnutzung des vatikanischen Archivs durch Herausgabe seiner überaus wertvollen historischen Dokumente näherzukommen und dadurch auch der gesamten Welt zu beweisen, daß es der päpstlichen Kurie mit der Aufschließung der in ihrem Schoße aufgespeicherten Schätze ernst ist. So erschienen denn noch im Laufe des verflossenen Jahres die Regesten Leos des Zehnten, Jnnocenz' des Vierten und Benedikts des Elften, von denen die ersten durch Kardinal Hergenröther, die des Jnnocenz dnrch Berger, die letzten dnrch Grandicm herausgegeben wurden. Diesen Veröffentlichungen, die natürlich seit längerer Zeit vorbereitet waren,