Beitrag 
Schutzzöllner in England.
Seite
345
Einzelbild herunterladen
 

Schutzzöllner in England.

ie es Thorheit ist, alle Völker mit Einführung des konstitutionellen Systems, durch Verwirklichung liberaler Grundsätze, durch republi­kanische Einrichtungen oder sonst auf eine ein- für allemal fest­stehende Weise glücklich machen zu wollen, so ist es auch sinnlos zu glauben, daß es auf dem Gebiete der Tariffragen eine absolute, für alle Nationen und Zeiten zutreffende Wahrheit gebe, und darnach zu Ver­fahren. Jedes Volk muß hier wisfen oder durch Erfahrung an sich lernen, was ihm frommt oder nicht. Ein Beispiel ist England. Es ist durch Schutzzölle im Lause der Jahre so stark geworden, daß es den Freihandel einführen konnte. Aber seit geraumer Zeit schon begegnen wir hier mehr oder minder lauten und entschiedenen Bestrebungen nach erneutem Schutze der nationalen Arbeit gegen fremde Konkurrenz. Bei Besprechung der Zusammenkunft der Zuckerrafsineure in London wurde darauf hingewiesen, daß England bis 1861 nur fünf, in den letzten Jahren dagegen fünfzig Prozent seines Bedarfs an rafsinirtem Zucker eingeführt habe, und dazu bemerkt:Mit den 10 Millionen Pfund Sterling, die dadurch jährlich aus dem Lande gehen, ernähren wir kontinentale Arbeiter und unterstützen wir das Schutzzollsystem im Auslande auf Kosten unsrer Ar­beiter und Fabrikanten." Zu derselben Zeit berechnete der Arbeiterführer Potter in der liinEs, daß der Kontinent sich durch seine Zuckerprämien Arbeit für 220 000 Mann gesichert habe, und fügte hinzu:Wir eröffneten als Frei­händler unsre Märkte der ganzen Welt unter gleichen Bedingungen, nicht ahnend, daß diese zu höchst ungleichen werden würden durch Schutzprämien der fremden Staaten, die in ihren Wirkungen noch verderblicher sind als selbst Differenzial- zölle; denn umsoviel diese Prämien die Nachfrage nach fremder Arbeit erhöhten, Grmzbotm IV. 1384. 44