Biblische Wörterbücher.
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John Bull „zivilisirend" vorgeht, um wilde Völker zu unterdrücken und für seine Handelsinteressen vorzubereiten, sie in Futter für seinen unstillbaren Geldhunger zu verwandeln. Die liinss aber hat hier wieder einmal die Maske gelüftet, mit der sie ihren Verdruß über Neudeutschland bisweilen verbirgt. Wir trauen ihrem Lobe, ihrer Annäherung niemals; denn wir erinnern uns recht Wohl, wie sie, das Mundstück der öffentlichen Meinung Englands, 1864 für ein Bündnis Englands mit Napoleon schwärmte, das uns aus Schleswig verscheuchen sollte, das aber frommer Wunsch unsrer lieben Verwandten jenseits der Nordsee blieb, weil der Kaiser, damals noch vorsichtig, nicht für England Gefahren bestehen wollte.
Biblische Wörterbücher.
s sind jetzt gerade hundert Jahre her, daß das erste Bibellexikon in Deutschland erschien: Hezels „Biblisches Reallexikon über biblische und die Bibel erläuternde alte Geschichte u. s. w." (Leipzig, 1783—85). Damals war die lexikalische Form seit der „Encyklopädie" Diderots und d'Alemberts in Aufnahme gekommen und bildete eines der hervorstechendsten Merkmale der Literatur der Aufklärungsperiode, deren Tendenz einer allgemeinen Belehrung in populärer Fassung überhaupt unsre Universallexika oder, wie sie jetzt heißen, Konversationslexika ins Leben gerufen hat. Aber auch seinem Stoffe nach entstammte dieses Werk zum größeren Teile einem älteren französischen Werke des gelehrten und fruchtbaren Benediktinermönchs Calmet, dem Viotioniig.ir6 uistoric-ue st eritiaus, otirono- IcMus et 1itt6ra1 Äs 1» Lidls, welches bereits 1722 zu Paris erschienen war nnd die in den Bibelkommentaren Calmets zerstreuten archäologischen Bemerkungen zusammenfaßte. Während aber das Werk Hezels schon seiner Vorlage nach noch dem älteren naiven Bibelglauben huldigte, zeigt das um zehn Jahre später erschienene Gothaer Reallexikon oder genauer das „Exegetische Realwörterbuch über die sämtlichen Hilfswissenschaften des Auslegers nach den Bedürfnissen der jetzigen Zeit" (Gotha, 1793—96) bereits ganz die Anschauungen des Rationalismus, welcher durch das „wohlthätigste Licht der Aufklärung" in der Theologie jener Zeit zur Herrschaft gelangt war. Doch hatte jene Aufklärung die bemerkenswerte Folge gehabt, daß hier zum erstenmale die Angaben der Palästinareisenden umsichtig verwertet und auch die Angaben der „Orientaler" fleißig aufgezeichnet wurden, und somit der Anfang zu einer Ver- Grenzboten IV. 1384. 23