Sachsens Runstleben im sechzehnten Jahrhundert.
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Romantik selbst, als literarisches Prinzip, als Ideal ist längst bei den Toten, was heute lebt und wirkt, ist ihre Enkeltochter, und die historische Erinnerung an sie erhält nur einen eigentümlichen Reiz durch die Thatsache, daß der Dichter, welcher die romantische Poesie dereinst zum ersten Siege geführt, noch im Lichte des Tages wandelt.
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Sachsens Kunstleben im sechzehnten Jahrhundert.
von Richard Muther.
(Schluß.)
chou im Beginne seiner Regierung ließ Herzog Moritz von Hans Dehn verschiedne kleinere Schlösser, unter andern die Moritzburg im Friedenwalde, erbauen, ein schlichtes Jagdschloß, das mit seinen hohen Giebeln und seinem Treppenturm aus einem weiten Hofraum aufragte, der rings von niedrigen Mauen umgeben war. Die Thätigkeit im Großen beginnt aber erst im Jahre 1547, als die politischen Pläne des Herzogs von Erfolg gekrönt worden waren und er die sächsische Kurwürde übernommen hatte.
Nun werden in den beiden Hauptstädten des Landes, in Leipzig und Dresden, großartige Befestigungsbauten vorgenommen. In Leipzig, wo bei der Belagerung im Januar 1547 die ohnehin nicht starken Befestigungswerke samt dem Schlosse zerstört worden waren, wird das alte Schloß abgebrochen und an seiner Stelle ein neues großartiges Kastell errichtet. Den Bau der Befestigungswerke hatte der oberste Baumeister Kaspar Voigt von Wiercmdt, den der Pleißenbnrg Hieronymus Lotter zu leiten. In ähnlicher Weise wurde Dresden, ebenfalls unter der Oberaufsicht Kaspar Voigts, befestigt. Hier aber kommt zu den Befestigungsbauten noch ein andrer, weit glänzenderer hinzu.
Sofort nach Erreichung der Kurwürde, im Bewußtsein der glänzend erweiterten Machtfülle seiner selbst und seiner Familie, beschließt Kurfürst Moritz eine Vergrößerung des alten herzoglichen Schlosses. Dehn wird zum Oberbaumeister ernannt, dem als Architekt Kaspar Voigt zur Seite steht. Das Dresdener Schloß, welches bis dahin eine unregelmäßige Aneinandcrhäufung unscheinbarer Bauten gebildet hatte, wird auf diese Weise zu einem großen, einheitlichen Ganzen umgebaut. Der Turm, der früher den westlichen Flügel flauktrt hatte,