Das Ministerium Sverdrup in Norwegen.
achdem, wie bekannt, infvlge des famosen Neichsgerichtsurteils vom 27. Februar dieses Jahres König Oskar II. seinen Staatsminister Selmer des Amtes enthoben und mit Hilfe des Staatsrats Schweigcmrd ein Kompromißministerinm gebildet hatte, ist anch dieses nach kurzen erfolglosen Versuchen, zu einein erträglichen moäus vivoiM mit der StvrthingSmehrheit zu gelangen, den erneuten Angriffen der letzteren gewichen, und der König hat sich am 23. Juni d. I. entschlossen, den Führer der Opposition, den bekannten Baukdirektor Johann Sverdrup, mit der Bildung eines Ministeriums zu betrauen, welches den Anforderungen der Storthingsmajorität zu entsprechen sich bereit findet. Dieses Ministerium besteht aus folgenden Personen: Johann Sverdrup, Staatsminister und Marineminister, Professor Blix, Kultusdepartemcnt, Staatsrat Daaerk (bisher Sorenschreiber), Kriegsminister, Staatsrat Arctander (bisher Lehnsmann), Inneres, Staatsrat Sörenssen (bisher Sorenschreiber), Justiz, Staatsrat Hciugland (bisher Händler und Bankvcrwalter, früher Kommis) Finanzen. Generalkonsul Nichter ist zum Staatsminister in Stockholm ernannt, wohin ihn der Abgeordnete Jakob Sverdrup (ein Neffe des obengenannten Johann Sverdrup) und der Assessor Stang als Staatsräte bei der Abteilung des Staatsrats in Stockholm begleiten. Das Programm des Ministeriums Svcrdrups lautet nach dem gemäßigt radikalen Christia- niaer „Dagbladet" folgendermaßen: Das Kabinet Sverdrup bedeutet die Lösung des konstitutionellen Konflikts und die praktische Durchführung der bedeutungsvollen Reformen, welche die Nation beinahe seit einen: halben Menschenalter angestrebt hat. Das Kabinet will den Zutritt der Staatsräte zu den Verhandlungen des Storthings, die Erweiterung des Stimmrechts zu den Storthingswcchlen, Einführung von Schwurgerichten und allgemeine Wehrpflicht durchzuführen vcr- Grenzbvten III. 1334. 20