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Die Engel auf Erden : Roman : aus dem Italienischen :
(Fortsetzung.)
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Notiz.

Auch Rina streckte ihre Arme aus, um ihn emporzunehmen.

Nein, uein, sagte der Kleine, laß mich uur hier. Onkel Paul hält mich ganz gut! Du würdest müde werden, Mutter.

Und nun legte er seinen Arm um Pauls Hals und lehnte den Kopf an seine Wange. Paul gab ihm einen zärtlichen Kuß und segnete ihn im Herzen. Es schien ihm, als ob diese Probe der Liebe und des Vertrauens, welche der Kleine ablegte, die zwischen ihm und Rina durch den Zwischenfall mit der Gräfin veranlaßte Entfremdung bereits wieder ausgeglichen habe.

(Fortsetzung folgt.)

Notiz.

Heutige Volkspvesie. Daß die Volksdichtung und der Volksgcsang in Deutschland im Aussterben begriffen seien, namentlich in den großen Städten, ist eine oft ausgesprochene Behauptung, die aber trotzdem der Begründung entbehrt. Das Volk singt, wenn es unter sich ist und sich unbelauscht glaubt, noch ebenso gern wie früher, und auch der Quell der Volksdichtung sprudelt noch genau so munter wie in alten Zeiten. Soldaten auf dem Rückmarsch vom Exerzierplatze, Urlauber" im Eisenbahnwagen,Arbeiter" und Fabrikmädchen auf ihren gemein­schaftlichen Sonntagsspaziergängen durch den Wald sie alle singen unermüdlich und stecken voller Lieder. Aber freilich, daß sie etwa von den beiden Königs­kindern singen sollten, die einander so lieb hatten und doch nicht zueinander konnten, das darf man nicht erwarten. Das heutige Volkslied ist durchaus Ge­legenheitsdichtung uud spiegelt die Lebeuskrcise und Lebensverhältnisse, aus denen es hervorgeht, getreulich wieder.

Schwer ist es, eins oder das andre von diesen jüngsten Kindern der UnW vu1ssiva>g-Ä einzufangen. Sobald die Singenden merken, daß ihnen zugehört wird, daß etwa gar ein Fremder Miene macht, das Gesungene festzuhalten, so verlieren sie ihre Unbefangenheit, und einer nach dem andern verstummt Leider ist diese Schämigkeit in manchen Fällen berechtigt, denn was man da in den langgezogenen Tönen einer sentimentalen Weise zu hören bekommt, sind höchst be­denkliche Scherze, an denen merkwürdigerweise die jungen Schönen, welche am Arme der Sänger dahinwandcln, keinen Anstoß nehmen. In den meisten Fällen aber ist jene Schämigkeit glücklicherweise unnötig. Im folgenden teilen wir ein Lied mit, das der letzte große Maurerstreik in Leipzig geboren hat und das man an schönen Frühlingsabenden vor Leipzigs Thoren oft mit wahrhaft herzerschütternder Ernsthaftigkeit und Inbrunst erklingen hören konnte. Es wurde nach der Melodie Still ruht der See" gesungen.

Still ruht der Bau, die Maurer schlafen, Ach laßt sie gehn, die armen Maurer,

Das FKßchen steht in guter Ruh, Nicht lange dauert ihre Ruh,

Der Kalk vertrocknet in der Sonne, Denn wie man kann in Blättern lesen,

Weil niemand gießet Wasser zu. Da geben die Meister kleine zn.

Drum haltet aus, ihr edlen Meier,*) Es fließt ja immer Geld noch zu, Ist euch auch jetzt die Wurst zu teuer, Dann legt ihr einen Schinken zu.

) Meier - Maurer.