Kardinal-Lrzbischof Albrecht von Brandenburg als Kunstfreund.
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und der Gegenstand einen genügend faßbaren Charakter annimmt, in einzelnen Beziehungen unser Recht nach der gedachten Richtung weiterbilden. Einen allgemeinen Grundsatz, wie ihn der Verfasser vorschlägt, aufzustellen, müssen wir deshalb für bedenklich halten, weil damit das hohe Maß von Willkür, welches unsre neuere Gesetzgebung schon jetzt in einer sehr bedenklichen Weise in die Hand des Richters legt, noch um ein erhebliches vermehrt werden würde.
Kardinal-Grzbischof Albrecht von Brandenburg als Kunstfreund.
von Richard Muther.
eder Freund der deutschen Kunst blickt mit Bewundernng auf das sechzehnte Jahrhundert hin, die Zeit, die wir mit dem Namen der Renaissance bezeichnen. Aber so sehr wir auch diese Blütezeit unsrer altdeutschen Kunst bewundern, so müssen wir doch die Thatsache anerkennen, daß ein weit großartigeres Schauspiel als in Deutschland im Laufe des fünfzehnten nnd sechzehnten Jahrhunderts in Italien sich abspielt. Es entstehen die bedeutendsten Werke der modernen Baukunst: diese Werke werden außen mit plastischem Schmuck, im Innern mit großen Freskencyklen versehen; Architektur, Plastik und monumentale Wandmalerei stehen in gleicher Blüte. Ganz anders in Deutschland. Hier sind im fünfzehnten und im Beginne des sechzehnten Jahrhunderts nur sehr wenige neue Bauwerke entstanden; die Architektur fehlt zunächst vollständig. Durch dieses Fehlen der Baukunst war aber auch der Plastik und der Malerei der Boden entzogen, ans dem die italienische Kunst groß geworden war. Da keine Bauwerke auszuschmücken waren, so war die Skulptur auf kleinere Aufgaben, Grabdenkmäler u. a., beschränkt. Den Malern war versagt, gleich den Italienern im Fresko zu wirken; es blieb allein die Tafelmalerei übrig. Aber auch diese gelaugte in Deutschland nicht zu der Blüte wie in Italien. Statt in Bildern mußten unsre größten Meister in den unscheinbaren Holzschnitt- und Kupferstichblättern ihre tiefsten und herrlichsten Gedanken niederlegen.
Der Grund, weshalb der Umkreis unsrer deutschen Kunst ein soviel beschränkterer ist als der der italienischen, ist nicht schwer zu finden. Unsre Kunst hat nie eine so nachhaltige Unterstützung im großen gehabt wie diejenige Italiens. Von allen deutschen Städten des sechzehnten Jahrhunderts reicht keine