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Briefe von Berthold Auerbach.
samen und festen Nationalgesinnung das Wort. Die andern setzen den Glaubenskrieg fort, betrachten ihn als die vornehmste, wenn nicht als die einzige Aufgabe der katholischen Literatur und erwecken natürlich so immer von neuem das Gefühl eines nnversöhnlichen Zwiespalts und einer doppelten Bildung, die nirgend einen Schritt breit gemeinsamen Bodens hat.
Briefe von Verthold Auerbach.
urz vor seinem Tode hat Berthold Anerbach in einem Schreiben an Friedrich Spielhagen den Wunsch ausgesprochen, daß die Briefe, welche er während eines halben Jahrhunderts an seinen Freund Jakob Auerbach gerichtet hatte, mit gewissen Auslassungen veröffentlicht würden, da sie „das wichtigste der Entwicklung seines allgemeinen und besondern Lebens" enthielten. Da die beabsichtigte Selbstbiographie nicht geschrieben worden war, sollten jene Briefe deren Stelle einnehmen. Das ist gewiß ein schönes Zeugnis für den überlebenden Freund; aber welcher Grad naiven Selbstbewußtseins spricht sich auch in der Verfügung aus! Auerbach hätte unzweifelhaft aus seinem fast siebzigjährigen Leben viel des Allgemeininteressanten berichten können, und die 730 Briefe an seinen vertrautesten Jugendfreund hätten ihm dabei als Leitfaden, als Repertorium dienen, oft wörtlich aufgenommen werden können. Doch alle die Briefe und nichts als die Briefe, die sich mit andern Personen und Dingen nur befassen, insofern diese in unmittelbare Beziehung zu der Person des Schreibers treten, einmal über dessen Beschäftigungen, Absichten, Gefühle, Appetit und Schlaf u. s. w. mit tagebuchartiger Umständlichkeit Rechenschaft geben, dann wieder weite Zeiträume überspringen — für eine derartige Publikation wäre wohl „Manuskript für Freunde" die richtige Bezeichnung. Als Goethe seinen Briefwechsel mit Schiller herausgab, glaubten A. W. Schlegel u. a. sich darüber aufhalten zu dürfen, daß so viele kleine persönliche Beziehungen der Nachwelt überliefert würden; und was ist mit größerm oder geringerm Rechte gegen das Publi- ziren aller möglichen Reliquien von allen möglichen Ganz-, Halb- und Viertelberühmtheiten schon bemerkt worden! Daß aber ein Autor noch selbst seinen Hinterbliebenen den Vorwurf der Indiskretion oder der übelverstandenen Pietät erspart, das ist neu. Die Nachfolge wird nicht ausbleiben.
Andrer Ansicht freilich ist Friedrich Spielhagen. Die in zwei stattlichen Bänden unter dem Titel Berthold Auerbach. Briefe an seinen Freund