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Ferdinand von Schill.
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Ferdinand von Schill.

ünfundstebzig Jahre sind verflossen, seitdem der Major Ferdinand von Schill (am 28. April 1809) an der Spitze des zweiten brandenburgischen Husarenregiments aus Berlin ausrückte, um auf eigne Faust den Krieg gegen Napoleon zu eröffnen, und so die schon hochgehenden Wogen des Patriotismus in heftige Bran­dung versetzte.

Das Unternehmen Schills ist sehr verschieden beurteilt wordeu. Arndt hat gesungen:

Es zog aus Berlin cm tapferer Held, Er führte sechshundert Reiter ins Feld, Sechshundert Reiter mit redlichem Mut, Die dursteten alle Franzosenblut.

Auch zogen mit Reitern und Rossen im Schritt Wohl tausend der tapfersten Schützen mit. Ihr Schützen, geseg'n euch Gott jeglichen Schuß, Durch welchen ein Franzmann erblassen muß!

So zieht der tapfere, mutige Schill, Der mit den Franzosen schlagen sich will. Ihn sendet kein Kaiser, kein König aus, Ihn sendet die Freiheit, das Vaterland aus.

Ja die bewundernde Auffassung seines Unternehmens steigerte sich sogar bis zu leidenschaftlichen Vorwürfen über die geringe Nachfolge, die ihm geworden:

Mögen jene druckgewohnten Feigen, Die den Tod mehr als die Schande scheun, Sich im Staube vor dem Fremdling beugen, Knechte kann kein Heldengeist befrein.

Zu dieser Verherrlichung Schills stand die militärische Auffassung seines Unternehmens in entschiedenem Gegensatze. Ein Armeebefehl, datirt Königsberg, den 8. Mai 1809, drückt sich noch verhältnismäßig milde aus; da heißt es:

Seine Majestät der König machen der Armee bekannt, daß der Major von Schill mit seinem Regiments unter dem Vorwcmde, vor den Thoren der Stadt zu manövriren, über die Grenze gegangen ist. Höchstdieselben finden nicht Worte genug, um darüber Ihre Mißbilligung in dem Grade auszudrücken, als Sie dies empfinden. Sie vertrauen, daß die Armee von derselben höchsten Mißbilligung durchdrungen sein wird und von einem guten Geiste beseelt ist. Der Major von Schill und alle, die mit ihm gegangen sind, sollen einem strengen Militärgerichte unterworfen werden.