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Die Verlegenheiten Englands am Nil.
einer bestimmten Glaubenspartei zu schlagen, ist der Stimmung, die unmittelbar nach dem dreißigjährigen Kriege herrschte, entschieden verwandt. Aus den Schriften des Schultheißen von Renchen sprach eine freie und lebendige Anschauung, eine ideale Sehnsucht nach dem Ewigen, aber keine konfessionelle Engherzigkeit.
So waltete in den hervorragendsten katholische» Dichtern Deutschlands um diese Zeit eine Empfindung, welche ebenso wie die herrschende Auslandnachahmung der gelehrten Poesie den Unterschied zwischen dem katholischen und protestantischen Publikum einigermaßen ausgleichen half. Mit den eben charakteri- sirten Dichtern trat nicht etwa eine völlige Versöhnung der Gegensätze, aber ein Vergessen derselben über gemeinsamen Momenten ein. Die Abwehr aller Andersgläubigen, die am Ausgang des sechzehnten Jahrhunderts und noch bei Beginn des großen Krieges beiderseits allgemein gewesen war, erschien jetzt minder entschieden und schroff. Die Literatur wurde weit weniger unter dem Gesichtspunkte der Tendenz betrachtet, und die allgemein poetischen, tröstlichen und erquicklichen Eigenschaften der katholischen Dichter wurden unumwunden anerkannt. Die Voraussetzung dabei blieb doch immer, daß die Streitdichter und Polemiker der alten Jngolstädtcr Schule anch von katholischer Seite nicht ferner als Vertreter katholischer Gesinnungen und katholischen Lebens in der deutschen Dichtung betrachtet wurden — eine Voraussetzung, die keineswegs überall zutraf.
(Fortsetzung folgt.)
Die Verlegenheiten Englands am Nil.
as Gerücht, daß Chartum in die Hände der Aufständischen gefallen und General Gordon ihr Gefangner sei, hat sich zwar nicht bestätigt, wohl aber hat es die Aufmerksamkeit der politischeu Kreise wieder auf die kläglichen und beunruhigenden Zustände gelenkt, welche die Haltung Gladstones gegenüber der ägyptischen Frage in den Nilländern herbeigeführt hat. Hier wird zunächst der Aufstand im Sudan von Post zu Post, die von dort beiläufig nur noch auf indirektem Wege eintrifft, bedenklicher. Die Umgebung von Chartum hat sich in den letzten Wochen in ein ungeheures Rebellenlager verwandelt, alle Versuche, mit Dampfern nordwärts uud bis Berber zu gelangen, schlugen fehl, und wenn berichtet wird, daß ein am 6. April von den Insurgenten unternommener Sturm auf die Schanzen, die Gordon bei Om Dnrman angelegt hat, mißlungen ist, so werden diese uud ähnliche kleine Erfolge die Katastrophe ebensowenig noch lange auf-