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England und Frankreich am Roten Meere.
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England und Frankreich am Roten Meere.

er Feldzug der Engländer an der Küste des Roten Meeres ist beendigt, nicht ohne Erfolge, aber ohne bleibende Ergebnisse. General Graham hat Osman Digma, den Unterfeldherrn des Mcchoi, zweimal geschlagen, und damit ist das bei Obeid und Teb geschädigte Prestige Großbritanniens wiederhergestellt, aber der Weg nach dem Nil, die nächste und bequemste Rückzugslinie für die Garnison Chartums und die andern noch im Sudan stehenden Truppen des Chedive ist nicht geöffnet, Osman Digma wird sich von den empfangenen Schlägen vermutlich bald erholen, und wenn die Hauptmacht der Engländer Suakin geräumt haben wird, wird er vor den Mauern dieser Hafenstadt ungefähr wie vor Grcihams Ankunft stehen. Nuou aäo akout uotuinA wird sich infolge dessen als Motto für dieses Kapitel der Geschichte des Ministeriums Gladstone empfehlen. Man hat ein paar tausend Araber umgebracht, man hat etliche hundert englische Soldaten geopfert und den Halbwilden der Wüste gezeigt, was man mit europäischer Mannszucht und Bewaffnung über sie vermag. Das ist alles, was sich von der Sache sagen läßt, und niemand wird behaupten, daß es viel sei. Ein Rückblick auf die Ereignisse wird dies erkennen lassen.

Vor etwa zwei Monaten versuchte Baker Pascha von Trinkitat aus mit einigen tausend zusammengerafften Ägyptern die Festung Tokar zn entsetzen. Er erlitt bei den Brunnen von Teb eine blutige und schmachvolle Niederlage, und die Besatzung von Tokar mußte vor den Aufständischen kapituliren. Um die letztern, die nunmehr Suakin bedrohten, zu zerstreuen, sammelte sich auf Befehl von London an diesem Punkte ein kleines britisches Heer, das aus Truppen bestand, welche von Kairo, Malta, Aden und Indien kamen, und seine Artillerie von dem vor Suakin ankernden Geschwader Admiral Hewetts erhielt, und mit

Grcnzboten II. 1834. > 14