Turgeniew.
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Solange die Marine nur zu Fricdensarbeit Verwendung findet, wird alles ganz leidlich gehen. Die Schiffe werden notdürftig sauber gehalten, zuweilen, aber selten, Geschützübungen angestellt. Die Disziplin ist lax, jeder amüsirt sich, sogut er kann. Die Langeweile einer Küstenfahrt (die Kommandeure verlieren die Landmarken nicht gern aus dem Fernrohre) wird durch die beiden perniziösen Leidenschaften der Chinesen ertötet, durch Opiumrauchen und durch Hazard- spiele. Wenn eine feindliche europäische Flotte erscheinen sollte, so wird das Phantom einer chinesischen widerstandsfähigen Seemacht bald verschwinden.
Wenn das Urteil des Verfassers dieser Arbeit ein zu hartes scheinen sollte, so findet dies seine Erklärung darin, daß er während seines langjährigen Aufenthalts in China mit Mißmut den stetig wachsenden Dünkel der sogenannten Kriegspartei gesehen und durch besonders günstige Umstände Gelegenheit gehabt hat, die ganze Hohlheit der chinesischen Kriegsrüstungen zu erkennen. Eben mit demselben, ja vielleicht mit noch günstigerm Erfolge wie England 1842, würde jetzt eine europäische Großmacht China angreifen. Wenn dadurch die Mandarinenoligarchie, unter welcher das Volk seufzt, zerstört würde, so wäre dies sicher ein Gewinn. Einsichtige Chinesen würden sogar den Sturz der jetzt regierenden Mandschu-Tataren oder Tsingdynastie, welche 1644 durch Eroberung zur Herrschaft gelangte, nicht allzusehr bedauern, da China unter dieser Herrschaft bisher nur Rückschritte gemacht hat, während andre Völker vorwärts eilten. Die herrschenden Klassen Chinas verachten die Fremden und wollen nichts von europäischer Kultur wissen, also n^beWt sibi. Die Imitation der fremden Einrichtungen nützt nichts, solange der Geist der herrschenden Klassen sich nicht ändert. Ohne Ehrgefühl und ohne wahre Vaterlandsliebe ist Chinas Armee und seine Marinemannschaft nicht viel mehr als ein waffentragender Pöbelhaufe, und Ausgabe» für Flotte, Festungen und Geschütze nutzlos vergeudet.
Turgeniew.
(Schluß.)
m Jahre 1855 reiste Turgeniew, begleitet von dem bekannten Scheidegrnß Nekrassows: „Lebe wohl! Ich beneide dich!" ins Ausland, wohin ihn auch eine alte Freundschaft zog. Im Jahre 1846 war er in Petersburg mit der schon damals berühmten Künstlerin Pauline Viardot-Garcia bekannt geworden und blieb von da an bis zu seinem Tode in den engsten freundschaftlichen Beziehungen