Notizen,
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Wir sind Protestanten. So werde ich katholisch. Du bist eine Närrin.
Frau von Mockritz kümmerte sich nicht darum, daß Hcrmioue das Fenster aufriß, als wollte sie hinausspringen. Sie kannte ihre Tochter.
Man bricht ein Bein und geht nachher zeitlebens an Krücken, sagte sie kühl und setzte sich an ihre» Schreibtisch. Aus ihrem Papieretui holte sie zwei Kabinctphotvgraphien und warf sie hinter sich auf den Tisch. Der eine hat >n der That eine Perrücke, sagte sie, du hattest leicht raten; Graf Brander war schon früher einmal auf dem Punkte, sich für dich zu intcressiren. Aber du zähltest damals zwölf oder dreizehn Jahre, und seine Gläubiger vertrieben ihm mich die Heiratsgedanken, sofern er nicht ein paar Rittergüter erheiraten konnte. Jetzt hat sein Bruder die Augen zugedrückt. Mittenwalde ist zwar kein Fürstentum, aber sickin, —
Und wer ist der andre, schmollte Hermivne am Fenster, ohne sich nach dem Tisch umzugucken.
Rate.
Ich mag nicht.
So störe mich nicht. Ich schreibe. (Fortsetzung folgt.)
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Notizen.
Uuiversitätsstudium und Richteramt. In der 39. Sitzung des preußischen Abgeordueteühauses bei Beratung des Kultusetats wurde von einigen Rednern die Unterhaltung auf die Universitätsstudieu gelenkt und dabei beklagt, daß insbesondre unter den Juristen der Fleiß nicht der Art sei, wie ihn der Ernst und die Vielseitigkeit der juristischen Disziplin erfordern. Die Hauptschuld dieser angeblichen Mangelhaftigkeit im Fleiße wurde den, Duellwesen und dem übermäßigen Genuß geistiger Getränke, insbesondre dem „Frühschoppen," zugeschrieben. Von andrer Seite wurde — unsers Trachtens mit Recht — die gewöhnliche Schlägcrmensur als eine das Studium nicht beeinträchtigende Waffenübuug iu Schutz genommen, für welche es sich empfehlen würde, im Wege der Gesetzgebung Bestimmungen zu Neffen, die deren, nach den Entscheidungen des Reichsgerichts jetzt nicht mehr fragliche Subsumtion unter die Vorschriften des Strafgesetzbuches ausschließen .würden. Die Gründe für diese Ansicht sind schon mehrfach, auch bei der fraglichen Berhandluug im preußischen Abgeordneteuhanse, zutreffend entwickelt worden. Was aber den übermäßigen Genuß geistiger Getränke, insbesondre die angeblich übertrieben stark geübte Sitte des „Frühschoppens" betrifft, so wurde in dieser Richtung den erhobenen Vorwürfen nicht genügend begegnet, nnd es haben denn auch diese Vorwürfe bereits die entsprechenden Früchte getragen.
Zunächst soll hier vorausgeschickt werden, daß dem übermäßigen Trinken in keiner Weise das Wort geredet werden soll, und daß der sogenannte Frühschoppen