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Notizen.
Und so schloß sie denn ihren Brief an Iran von Mockritz nach ansführ- licher Schilderung der leidigen Affäre mit den Worten: Mama, ich liebe ihn jetzt wirklich, ich liebe ihn, glaube ich, von Herzen.
Sie hatte, um in der Villa täglich nachfragen zu lassen, immer Lore schicken wolle», aber so ernst nahm sie plötzlich ihr Verhältnis zu Berthold, daß sie, die nie früher von eifersüchtigen Regungen berührt worden war, doch nachträg- lich Gegenordre gab und statt Lore den Gärtner hinüberschicktc. Jeden Tag brachte er dem Kranken ein Bouquet „eigenhändig von Fräulein von Mockritz gepflückter Rosen" und kam dafür mit Nachrichten zurück, welche zwar täglich beruhigender lauteten, ihr jedoch nur zu geringer Befriedigung gereichten.
Da Papa Hartig aber bis zum Eintreffen der Frau von Mockritz nicht erlauben wollte, daß Frau Auna hinüberging, und da andrerseits Hermione die Hartigsche Villa nicht besuchen durfte — Frau vvn Mockritz hatte „aus Etiketterücksichten" es streng verboten —, so beschwor Hermione endlich ihre Mutter, heimzukommen, wobei ihr Brief wieder leidenschaftlich genug mit dem Vorwnrfe schloß: Du weißt wohl gar nicht mehr, Mama, wie sehr einem sehnenden Mädchenherzen die Tage zu Jahren werden!
(Fortsetzung solgt.)
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Notizen.
Ein Italiener über Bismarck. In Mailand hat im Dezember v. I. Gaetcmo Negri ein Buch über Bismarck veröffentlicht, in welchem er das historische Bild von Europa während der letzten zwanzig Jahre entwirft, und in welchem die mächtige Gestalt des deutschen Kanzlers selbstverständlich eine hervorragende Stelle einnimmt. Bismarck wird dort wie folgt zu charakterisiren versucht:
„Dieser Mann ist eine der interessanteste» und überraschendsten Erscheinungen, die je die Weltbühne betreten haben. Denken wir uns einen Ostgothen, auf den die ausgesuchtesten Verfeinerungen der modernen Gesittung gepfropft sind. Vou der einen Seite betrachtet, kommt er uns wie ein Geist, der nur den Kultus der Kraft kennt, gewaltthätig, rauh, unbarmherzig vor, von auderm Gesichtspunkte gesehen, offenbart er sich uns als begabt mit einer außerordentlichen Feinheit des Geistes und zugänglich den Einflüssen der reinsten und erhabensten Empfindungen. Die Gegensätze, die sich in ihm begegnen, sind sehr stark und auffällig, weil der Reichtum seines Geistes wundervoll groß und seine Befähigung, den verschiedensten Eingebungen zu entsprechen, einzig ist. Wer ihn als Staatsmann betrachtet und sein Verfahren beurteilt, kann vielleicht glauben, er fei ein Mann aus einen, Stücke, sein Denken gehe zwar in die Tiefe, aber nicht sehr in die Breite, sein Geist sei ein Instrument, das wenig Saite» habe uud weuig Töne gebe. Ein derartiges