Auf der Leiter des Glücks.
Novelle von Robert Waldmüller (Ld. Duboc). (Fortsetzung.)
ie Antwort der Frau von Mvckritz war eine wehr witzig heitere als prcizis zustimmende und behielt der Schrciberin bis zur Beendigung der Kur das weitere vor. Hiergegen ließ sich wenig einwenden. Der Arzt wird ihr jede Aufregung mit Recht verboten haben, begütigte Frau Anna das Stirnrunzeln ihres Gatten.
Ich liebe keine halboffnen Thüren, murrte Kaspar Bcnedikt. Hermine entschuldigte ihre Mutter, war indessen in nicht geringer Unruhe, denn sie sah voraus, Frau von Mockritz werde, mit dem Antrage Bertholds in der Hand, in dem Kreise ihrer vornehmern Bekanntschaften Umschau halten nach einer «uasi glänzenderen Versorgung ihrer Tochter, und gerade in diesem Kreise konnte dabei das Abenteuer mit dem Prinzen — denn wo waren Liebende je gegen Lauscher ganz gesichert — an die große Glocke kommen.
Einigermaßen verstimmt war auch Berthold, obschvn nicht ans demselben Grunde wie Papa Hartig. Er machte zwar im Lause der nächsten Wochen fleißig von der Erlaubnis Gebrauch, seine Braut, wenn auch nur auf dem verschwiegenen Moorwiesenwege, alle Vormittage besuchen zu dürfen, und Mutter Anna schwelgte in Vorfreuden künftigen Glückes. Aber er kam nie leichten Herzens heim.
Das deutsche Mädchen ist oft besungen worden. Was schon Tacitus den Weibern Germaniens cm Tugeuden nachrühmte, das habeil Deutschlands bessere Dichter immer wieder als das vor allem dem deutschen Mädchen Eigene gefeiert, nnd der in die Fremde gewanderte Jüngling verwebt unwillkürlich das Bild einer sv gearteten Landsmännin in seine Sehnsucht nach den deutschen Bergen, Wäldern, Seen und Flüssen. Auch Berthvld hatte es gethan, und wenn er sich seinen Pflegceltern als