Das französische Gelbbuch über Tonkin.
as französische Gelbbuch über die Tonlinfrage ist seit einigen Tagen erschienen, und damit haben wir authentische Mitteilungen über den ganzen Verlauf der Angelegenheit, Die Dokumente beginnen mit dem vielbesprochenen politischen Vertrage, der am 16, März 1874 zwischen Frankreich und Annam abgeschlossen wurde, und gegen den China als suzercine Macht nicht ohne Grnnd Einspruch erhob, da es im zweiten Artikel desselben heißt: „Seine Excellenz der Präsident der französischen Republik erkennt die Souveränität des Königs von Annam und dessen gänzliche Unabhängigkeit von jeder fremden Macht an, verspricht ihm Hilfe und Beistand und übernimmt es, ihm auf sein Ansuchen und ohne Entschädigung die nötige Unterstützung zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in seinen Staaten zu gewähren, ihn gegen jeden Angriff zu verteidigen und der Piraterie ein Ende zu inachen, welche einen Teil der Küsten des Königreichs verwüstet." An demselben Tage mit dem politischen Vertrage wurde auch ein kommerzieller abgeschlossen, den das Gelbbuch gleichfalls mitteilt. Dann folgt eine lange Korrespondenz französischer Minister des Answärtigen vom Herzog Decazes an, der es doppelt eilig mit der freien Schifffahrt auf dem Roten Strome hat, als die Engländer sich im Juli 1875 bemühen, die reiche chinesische Provinz Junnan auf dem Wege durch Birma dem Handel zu erschließen. Im Mni 1877 berichtet der französische Gesandte in Peking, daß dort Abgeordnete ans Annam mit Tribut eingetroffen sind. Derselbe Diplomat macht in einer Depesche vom 26. März 1878 die Bemerkung, es sei sonderbar, daß Tuduk sich nicht mehr König, sondern Kaiser nenne und von Frankreich als Souverän behandelt werde, da er in Peking nur als Fürst zweiten Ranges gelte, weil er 1849 von China die Investitur erhalten und niemals dagegen protcstirt habe. Admiral Jaurcguibcrry Grenzbokm IV 13W. 74