Contribution 
Francesca von Rimini : Novelle :
(Schluß.)
Page
527
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Literatur.

627

nähme gefunden. Eine fürstliche Frau ans Berlin, welche unbekannt bleiben wollte, übermittelte dem deutschen Gesandten in Brüssel eine erhebliche Summe zur Errichtung eines Grabdenkmals, Der Gesandte trat mit Harold Stolberg in Verbindung, und so wurde schon im Mai 1880 ein von einem belgischen Künstler übernommenes Denkmal enthüllt. Es bestand in zwei gebrochenen Säuleu mit zu Boden liegenden korinthischen Kapitalen. Die Säulen trugen die Namen der Verblichenen, und unter den Namen standen folgende Worte:

^mor ob' s, uullo air^io Äwar xsräona M xrose clol ooswi zziu-esr si körte, (übe, eoino vsäi, aueor uou mi sbbiwäonÄ, ^wor voii<Zu8ss uoi g>ä uns morts.

Die Liebe, die Geliebte stets berückte, Ergriff für diesen mich mit solchem Brand, Daß, wie dn siehst, kein Leid ihn unterdrückte, Die Liebe hat uns in ein Grab gesandt.

Und Margarete? Und Bertha Genöve? Ihre Schicksale lassen uns glcich- giltig. Wir hatten nur das schwere Geschick der cdeln Menschen zu schildern, die ihre Schwäche und ihre Liebe, ihren Enthusiasmus und ihre Hochherzigkeit mit ihrem Tode sühnten, nachdem sie die Vorsehung durch ein schweres Loos auf Erden geprüft und geläutert hatte. Vou deu Schuften aber wüßten wir doch nichts zn erzählen, als daß sie den Rausch und die Freuden des Lebcus genießen und das erregt unser Interesse nicht.

Literatur.

Konkurrenzen in der Erklärung der deutscheu Geschlcchtsnamen von Karl Gustaf Andrescn, Hcilbrvnn, Gebr. Henninger, l883.

Da einige Kapitel dieserKonkurrenzen" vor einiger Zeit m den Grenzboten abgedruckt waren, die unsern Lesern noch in guter Erinnerung sein werden, so bedürfte es statt einer Empfehlung vielleicht nur dieses Hinweises, Aber ein Buch Andrcsens empfiehlt man immer gern und ans vollster Überzeugung, Wie seine PrächtigeDeutsche Volksetymologie" und sein soeben in dritter Auflage erschienenes, leider nnr allzu zeitgemäßes Buch überSprachgebrauch uud Sprachrichtigkeit im Dentschen," so vereinigt auch das vorliegende die beiden Vorzüge, daß es ein echt wissenschaftliches, in allen Einzelheiten auf der Höhe der Forschung stehendes und doch dabei auch wieder nach Inhalt und Form echt volkstümliches Buch ist. Wie die Wortdentnng überhaupt, so bildet ja insbesondre auch die Namendcutnng eines der beliebtesten Probleme gebildeter, denkender Laien, Auf keinem Gebiete aber ist es gefährlicher, ohne ausgedehnte und zusammenhängende sprachgeschicht- liche Kenntnisse selbständig vorzugehen, als auf diesem. Wie oft ist die nicht mehr verstandene ursprüngliche Namensform durch volksetymologische Einwirkung um­staltet worden, bis wieder eine scheinbar sinnvolle Form daraus geworden (Bier­hals und Bärwald, beide aus Berald, Rollfuß aus Rolfs, Wohlfahrt aus Wolf-