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Vom Festefeiern.
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Vom Festefeiern.

er einhellige Jubel im Lande bei der Enthüllung des Denkmals ans dem Niederwald und die Äußerungen unbefangener Ausländer bei dieser Gelegenheit waren zugleich eine verstündliche Antwort an die Superklugen, die Nörgler und die Zaghaften, welche im vergangenen Sommer tiefsinnige Erörterungen darüber anstellten, ob deni deutschen Volke gestattet werden solle, sich alljährlich des Tages zu freuen, an welchem der Grundstein zum neuen Reiche gelegt worden ist. Aber es sprachen sich damals gegen die Feier des Tages von Sedan auch Männer von unverfälscht patriotischer Gesinnung aus, nicht weil sie das Errungene zu gering achteten, oder fürchteten, die Empfindlichkeit der Franzosen zu reizen u. s. w., sondern weil sie meinen, unser Volk feiere uur ohnehin zuviel, als daß ihm noch ein neuer Festtag von reichswegen gut thun könne. Der Schluß ist allerdings falsch, aber die Prämisse leider unanfechtbar. Das Übel ist da, allein man Pflegt einem, der die Gewohnheit hat, sich mit Leckereien den Magen zu über­laden, nicht zu empfehlen, er möge sich der gesunden Kost gänzlich enthalten. Ein Nationalsest im wahren Sinne des Wortes, eine ernstfeierliche Erinnerung an die Arbeiten und Kämpfe, welche uns wieder zu einer Nation gemacht haben, kann unserm Volke nur heilsam sein; dies Fest seltener, in größeren Zeitab­ständen zu begehen, mag sich empfehlen, wann einmal der Besitz voll und ganz gesichert ist, nicht mehr in unsrer Mitte halbe und ganze Feinde die Hoffnung auf Rückkehr zu den alten überwundenen Zuständen nähren, Zweifel und Miß­trauen zu säen bemüht sind. Die Zeit wird kommen, wo man die unverbesser­lichen Thoren belächeln und die Böswilligen verachten kann; heute müssen wir noch vor ihnen auf der Hut sein und ihren Machinationen entgegentreten. Und es ist nicht zuviel, wenn wenigstens einmal im Jahre das schwache Gedächtnis Grmzbotcn IV. 1883. S4