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Die Grafen von Altenschwerdt : Roman :
(Fortsetzung.)
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Literatur.

eines Scharfblicks, der nicht gewöhnlicher Art war, hatte sie den wahren Grund durchschaut. Während oben Baron Sextus und der Graf von Francken von der Rcitlichkeit einer Vermählung mit ihr sprachen, hatte sie unten im Musik­zimmer nur mechanisch auf das Spiel gehört, aber im Innern alle die Worte erwogen, welche über sie zwischen den beiden alten Herren gewechselt werden könnten. Sie glaubte nicht, daß der General in ihrem Sinne reden würde. Es war eine geheime, unausgesprochene, aber fühlbare Antipathie zwischen ihr und ihm. Sie fühlte, als das Gespräch dort oben so lange dauerte, einen wahren Haß gegen ihn, indem sie sich vorstellte, was er gegen sie vorbringen und wie er dem Baron sein Alter vorhalten würde, und als die Herren endlich noch erschienen, glaubte sie in des Barons aufgeregtem Wesen den Beweis ihres Argwohns zu lesen.

(Fortsetzung folgt.)

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Literatur.

West- und Mittel-Rußland. Handbuch für Reisende, herausgegeben von K. Bädeker. Mit 7 Karten und 13 Plänen. Leipzig, Karl Bädeker, 1883.

Endlich hat Bädeker nun auch seinen Eroberungszug nach Rußland gemacht. Eben zu günstigem Augenblick, kurz vor der Krönung Alexanders III., die mehr Europäer als jemals früher zu ähnlichen Gelegenheiten nach Moskau gelockt haben wird, ist das rote Buch erschienen, welches nunmehr ohne Zweifel in der Rock­tasche keines der lausende fehlen wird, die das unbekannte Ostland besuchen. In gewöhnlicher Zeit ist ja Rußland wohl von allen Ländern Europas dasjenige, welches den Touristen am wenigsten anlockt, denn es ist als Kulturland zu un- kultivirt, als Naturland zu arm an Schönheit. Aber in keinem bedürfte es auch für den Touristen so sehr eines Reisehandbuches als hier, wo ungezählte Schwierig­keiten dem Reisenden sich entgegenstellen, an die er in Europa und in vielen außer­europäischen Ländern nicht mehr gewöhnt ist. Die Unannehmlichkeiten des Polizei­staates, die unbekannte Sprache, die allgemeine Prellerei, der die Fremden in den größeren russischen und polnischen Städten ausgesetzt sind, Unredlichkeit, Unrein- lichkeit, schlechte Verpflegung und so vieles andre lassen den Reisenden hier ganz besonders den guten Rat des Erfahrenen hochschätzen. Bädeker aber hat sich hier noch ein ganz besondres Verdienst erworben, da es in Rußland an allen Vor­arbeiten für ein solches Buch fehlte, er also zur Anfertigung seines Reisehand­buches ohne Zweifel außerordentliche Schwierigkeiten hat überwinden müssen. Wenn man diesen Umstand berücksichtigt, so hat die Verlagshandlung ihre Aufgabe wiederum iu bekannter glänzender Weise gelöst. Gelöst freilich nur insofern, als vorläufig die wichtigsten Teile des Reiches und darin die wichtigsten Ortschaften bearbeitet worden sind, das weniger Wichtige und große Gebiete, wie z. B. der ganze Süden auch nur des europäischen Rußlands, vollständig beiseite gelassen und wohl einer spätern Bearbeitung vorbehalten worden sind. Dabei verdient hervor­gehoben zu werden, daß das Material zu diesem Werke, wie aus dem Vorworte zu ersehen ist, von dem königlich preußischen Hauptmann Pcinli zusammengetragen und verarbeitet worden ist. Der Reisende findet die alte gewohnte Art der Ein-