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Die Grafen von Altenschwerdt : Roman : (Fortsetzung) : zweiundzwanzigstes Kapitel.
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Literatur.

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Kleidung. Dieses Cliquenwesen, welches nicht etwa äußerlich ist, sondern sich bis ins Herz der Menschen geltend macht, ist weit ausgedehnter, als Sie denken, und beherrscht die ganze sogenannte gebildete Gesellschaft. Und dn sie nun alle lesen nnd alle belesen sein wollen, ist da nicht die Literatur vom größten Einflnß?

Graf Dietrich hatte sehr eindringlich gesprochen, da er sich durch die vor­herige Abfertigung gekrault fühlte, und, um Recht zu behalten, Betrachtungen herbeigezogen, die er wohl hätte weglassen können, wenn er wirklich ganz im Rechte gewesen wäre. Er war nicht ganz sicher, ob nicht Dorothea den schwachen Punkt in seiner Argumentation finden würde, und fühlte sich daher augenehm überrascht, als sie ihm freundlich erwiederte, er habe ganz Recht.

Sie hatte, während er sprach, bald in sein Gesicht gesehen, bald auf das Meer, er aber hatte kein Auge von ihr verwandt. Ihre Wange» hatten sich mit einem lebhaftem Rot gefärbt, was er der Gewalt seiner Rede zuschrieb. Jetzt blickte auch er Hinalls nnd sah, daß das Boot viel näher gekommen war lind daß zwei Männer darin saßen.

Ein schnelles Schiffchen, sagte er.

Es fährt mit günstigem Winde, erwiederte Dorothea.

Nur noch wenige Minuten dauerte es, da stieß das Boot in der kleineil Bucht auf den Sand, und Eberhard: sprang heraus.

(Fortsetzung folgt.)

Literatur.

Gastgeschenk?. Neue Spnichdichtuugcn von Otto Sutermeister. Bern, I. Dcüp'sche

Buchhandlung, 1,883.

Von dem Verfasser dieser Spruchdichtungen ist schon früher ein ähnliches Bündchen unter dem Titel „Welt nnd Geist" erschienen, welches in diesen Blät­tern beifällig angezeigt worden ist. Die nene Sammlung schließt sich der voraus­gegangenen ebenbürtig an. Sie umfaßt nahezu fünfhundert epigrammatische Ge­dichte, die unter fünf Rubriken verteilt sind — 1. Kunst. Poesie. 2. Sprache, Literatur. 3. Erziehung. Bildung. 4. Umgang. Gesellschaft. 5. Exeelsius. —, und in denen wieder eine Fülle feiner Beobachtungen, Bemerkungeil nnd Einfälle in nicht minder feiner und dabei äußerst maunichfaltiger Form ausgesprochen sind. Nicht alles freilich steht auf gleicher Höhe. Wer, wie der Verfasser, mit Ovid Voll sich sagen kann: lüt auoä tsut-lbam -Ziesre, versus or-lt, kommt leicht in die Gefahr, auch gewöhnliche Gedanken für etwas besonderes zu halten, wenn er sie in flotte, kecke Reime gekleidet hat. Auch fehlt es nicht an Wiederholungen und an solchen Sprüchen, die, ohne gerade Wiederholuugeu zu seiu, doch nur denselben Gedanken etwas anders gedreht und beleuchtet zeigen. Ein Paar seiner Epigramme hat Sutermeister selbst mit der Überschrift versehen: In Oskar Blumenthals Manier; aber man begegnet auch außerhalb dieser kleinen Reihe einzelnen, die nicht viel mehr sind als Wortspäße oder bei denen der Reim eher dagewesen zu sein scheint als der Spruch. Doch das sind Ausnahmen, die den Charakter des Ganzen nicht bestimmen. Und die Hauptsache ist, daß die Sprüche sich samt und sonders als