Die Grafen von Altenschwerdt.
Roman von August Niemann (Gotha). (Fortsetzung.)
ein liebes Kind, sagte Baron Sextus, ich finde allerdings, daß es charmante Leute sind. Dazu sagte mir die Gräfin, daß es ihrem Sohne gut thnn würde, noch einige Zeit die Seeluft zu genießen, ohne daß es gerade nötig wäre, noch länger dies verflixte Zeug zu schlucken, das der schlaue Bruder deiner Millieent braut. Die Gräfin scheint es dir also nahe gelegt zu haben, du möchtest sie einladen.
Nahe gelegt — nahe gelegt, liebe Dorothea! sagte der Baron, fortwährend hinter seiner Zeitung versteckt. Ich weiß nicht, was ihr Weiber immer für Spitzfindigkeiten ausheckt. Wie ich dir, glaube ich, schon einmal erzählt habe, ist Blasius Sextus im dreißigjährige» Kriege, wo er ein knrsächsisches Kürassierregiment kommandirte. . .
Ja, lieber Papa, das hast du mir schon einmal erzählt, und ich zweifle nicht daran, daß unsre Beziehungen zu den Altenschwerdts im dreißigjährigen Kriege sehr gut gewesen sind.
Du kannst hinzusetzen: auch im siebenjährigen Kriege, sagte der Baron, indem er die Zeitung auf den Tisch legte. Der Altenschwerdt in der zweiten Reihe der obern Galerie, gerade dem dritten Fenster gegenüber, welcher Kammerherr der Kaiserin Maria Theresia war, hat Anno. . .
Entschuldige, daß ich dich „och einmal unterbreche, lieber Papa. Hast du der Gräfin schon etwas davon gesagt, daß du sie einladen wolltest?
Nein — das heißt, ja — das heißt, in gewissem Sinne habe ich von weitem angedeutet. ..
Mein guter Papa, sagte Dorothea, indem sie trotz der Besorgnis, die sich in ihr Herz schlich, ein Lächeln auf ihre Lippen zwang, sich erhob und sich auf ihres Vaters Schulter lehnte, mein guter Papa, Blasius Sextus errang sich