frische Dichtungen und Dichter.
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Zum Schlüsse möge noch der Inschriften gedacht sein, über die Schnitzes Werk ebenfalls einen Abschnitt hat. Auch diese zeigen eine starke Einwirkimg nicht nur des antiken Jnschriftenformnlnrs, sondern auch antike Vorstellungen, wie der Verfasser im einzelnen zeigt. Die altchristlichen Inschriften haben das v' N (vis NMiduiz), die echt antike Tröstung Mwo iminortalls, die ebenfalls heidnische Bezeichnung des Grabes als ckomris Äswrim oder xerxswa söäös, selbst vom Tartarus, vom Styx nnd vom Elysium wird bisweilen gesprochen — kurz, man merkt überall den durchdringenden Einfluß der antiken Sitte nnd Anschauung, aus der sich erst im fünften Jahrhundert die christlichen Inschriften Heransarbeiten, ohne jedoch je ganz davon frei zu werden. Der Beweis, „daß die Kluft zwischen den antiken und den altchristlichen Inschriften nicht so groß ist, wie angenommen wird," kontrastirt freilich sehr mit den üblichen Auslassungen über dieses Verhältnis. Aber es entspricht durchaus den thatsächlichen Verhältnissen, wenn der Verfasser hinzufügt: „Es ist keine gerechte Beurteilung, nach den schroffen Ausdrücken, welche einzelne antike Epitaphien bieten, den Geist des griechisch-römischen Jnschriftentums zu bemessen, das an manchen Punkten eine Innigkeit des Gefühles und eine reine Menschlichkeit offenbart, welche die altchristlichen Inschriften, mit wenigen Ansncchmen, vermissen lassen."
So bietet denn Schultzes Buch des Neuen und Interessanten viel. Man ersieht aus demselben schon jetzt klar, welchen bedeutenden Einfluß die Kata- kvmbenfunde, wenn erst das massenhafte Material vollständig durchgearbeitet sein wird, auf unsre Anschauungen über die Entwicklung des religiösen Bewußtseins und die Kulturzustände der ersten Christen noch ausüben werden. Namentlich aus den Inschriften ist »och eine bedeutende dogmcngeschichtliche Ausbeute zu erwarten.
Lyrische Dichtungen und Dichter.
Herkömmlich tritt jedes Jahr um die Weihnachtszeit in der herrschenden Nezensirtemperatur gegenüber der deutschen Lyrik uud lyrischem Epik eine bemerkenswerte Erhöhimg ein. Für einige Wochen dürfen die verpönten Kinder der Musen sich ihres Lebens erfrcnen, eine Reihe seit einem Jahre staubig gewordener Redensarten von quellender Frische der Empfindung, natürlichen, Fluß des Verses, feinstem „Schliff der Form" werden in Zeitungen nnd Wochenschriften hervorgeholt, wo sonst das frei variirte Goethische „Schlagt ihn tot den Hund, es ist