Das kleine Buch des Herrn von Bismarck.
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m ersten Abschnitte unsrer Auszüge aus dem Berichte Bismarcks vom März 1858 wurden der Zustand, in welchen die Schwarzen - bergsche nnd Buolsche Politik die deutschen Bnndesstaaten hinein- manövrirt, und der Weg, den sie dabei eingeschlagen, sowie die Mittel geschildert, deren sie sich zur Erhaltung jenes Zustandes bedient hatte. Im folgenden zieht der Verfasser des Aktenstücks die Folgerungen, welche sich aus allen diesen Mißständen für Preußen ergeben. Er sagt:
Nicht nur auf Antrieb Österreichs, sondern auch nach eigner Überzeugung arbeiten deutsche Regierungen au der Aufgabe mit, durch Erweiterung der Kompetenz des Bundes . . . die Selbständigkeit der Regierungen in ihrem Verhältnis zur Bundesgcwalt zn vermindern. In diesem System ist aber für Preußen, so lange es nicht auf die Eigenschaft einer europäischen Großmacht verzichtet, kein Platz, Ein Grvßstaat, welcher seine innere und auswärtige Politik auf den Grundlagen seiner eignen Kräfte selbständig sichern kann nnd will, darf zn einer strafferen Zentralisation des Bundesverhältnisses nur in dem Maße die Hand bieten, als er die Leitung der Bundeskörperschaft zu gewinnen und gemeinsame Beschlüsse, die seiner eignen Politik entsprechen, herbeizuführen vermag. Es ist also natürlich, daß Österreich sowohl wie Preußen gleichzeitig nach einer solchen Stellung im deutschen Bunde streben. Dieselbe ist aber nur für einen von ihnen möglich, Österreich ist gegenwärtig in ihrem Besitz und . . . mit allen Hilfsmitteln ausgestattet, nm sich darin erhalten zu können. Bei der jetzigen Organisation des Bundes, und solange die Beschlüsse desselben allein von den deutschen Fürsten und ihren Ministern abhängen, ist es für Preußen nach aller menschlichen Voraussicht unmöglich, Österreich den dominirenden Einfluß zu entreißen. Dessen ist sich Österreich bewußt, und darum lehnt es jeden Wunsch Preußens, sich über eine Teilung oder gemeinschaftliche Ausübung dieses Einflusses zu verständigen, ohne weiteres Ärenzbotcn I. 1883. 15