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Die letzten Reichstagsreden des Kanzlers.
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Vie letzten Reichstagsreden des Kanzlers.

ie Liberalen haben, wie im letzten Briefe vorausgesagt wurde, in der That zu früh triumphirt, als sie rühmten, ihre Gegner hätten nach der Rede Richters bei der Generaldebatte über das Rcichs- budget schweigen müssen, weil diese Rede unanfechtbar und un­widerlegbar gewesen. Die parlamentarischen Kämpfe der letzten Wvche haben gezeigt, daß die Phrasen und Sophismen des Vorfechters der Fortschrittspartei nicht mir auf recht schwachen Füßen stehen, sondern eitel Nich­tigkeiten sind, wenn der rechte Mann über sie kommt. Und mit den Kund­gebungen der übrigen Koryphäen des liberalen Lagers verhält sichs nicht anders. Welch ein Bild: der Kanzler gegenüber dieser Opposition! Wesen gegenüber dem Schein, Fülle gegenüber der Leere. Hier eine tiefe Ueberzeugung, ein starker Wille, ein mächtiges Pflichtgefühl, ein vornehmer Sinn, dort, tief unter alle- dem, ein Breittreten oberflächlicher Meinungen, schwächliche Velleitäten, hohles Pathos und wir finden das parlamentarische Wort nicht, welches das be­zeichnen würde, was dem vornehmen Sinne gegenüber sich knndgab. Hier ein großer Patriot, ein Staatsmann ersten Ranges, ein schöpferischer Geist, dort ein Gezerr und Genörgel superkluger Professoren- und rechthaberischer Advocaten- weisheit, Kunststücke von Handwerkspvlitikern, öde Doctrin, kleine Gesichtspunkte, Sterilität und Impotenz. Hier der Odem der Weltgeschichte, dort das ärmliche Gerede von Fractionsphilistern. Hier der Humor des Genius, dort Späße und Schwanke, die meist ans Bicrhaus denken ließen. In der That, wenn man sich das Ganze des viertägigen Redekampfes jetzt vergegenwärtigt, sieht es un­gefähr wie Herakles und die Pygmäen aus.

Wir wollen aber nicht weiter auf Dinge aufmerksam machen, welche sich jedem, der sich nicht in die Denkweise der Fortschrittspartei und ihrer Berbün- Grenzbotm IV. 1381. SS