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Die Frauen der italienischen Renaissance :
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Litt halbasmtischor Roman.

die Nachricht, daß die Künstlerin soeben gestorben sei nnd in dem Lpöäalo clslla Norto ihre Nnhestätte gefunden habe. Mitten unter dem Festjubel, der die Stadt erfüllte, hatte der Tod ihrem ruhmreichen Dasein ein Ziel gesetzt/') „Wenn das Glück ihr so hold gewesen wäre," sagte ihre Grabschrift, „wie die Natur nnd die Kunst, so würde sie den berühmtesten Bildnern gleichgekommen sein; doch auch so verkünden die Marmorwerke, von weiblicher Hand geschaffen, was ein kräftiger Geist und Talent vermögen." Dieses Lob wird keinem, der Pro- perzias Schöpfungen, namentlich das Relief in San Pctrouio, kennt, übertriebe» erscheinen. Nicht wie die Mehrzahl weiblicher Talente nur von fremden Leistungen zehrend, sondern aus eignem kräftigem Impuls selbständig schaffend und im Besitz eines seltenen Schönheitssinnes uud Gestaltungsvermögens, nimmt Pro- perzia de' Rossi auf dem Gebiete der bildenden Kunst denselben Rang ein wie Vittoria Colonna als Dichterin, nnd zieht man speciell den Umstand in Be­tracht, daß sie dem Meißel ihren Ruhm verdankt, so erscheint sie unbedingt als eine der merkwürdigsten Frauen, welche das Zeitalter der Renaissance her­vorbrachte.

Ein halbasiatischer Roman.

arl Emil Franzos gehört zu jenen jüngern Schriftstellern, denen eine glücklich gefundne oder gewühlte Specialität rafch zu einem weitverbreiteten Namen nnd großem äußern Erfolg vcrhvlfen hat. Seine Specialität ist „Halbasien." Was sich nach Nord nnd Süd, Ost und West vom Wald und Bergland der Bukowina ausbreitet: Galizien, das nene Königreich Rumänien, die Karpathenthälcr von Siebenbürgen und die weiten kleiurnssischen Ebenen am Pruth, das ganze vielsprachige Völker­gemisch, das zwischen Don und Donau mit wundersamer Halbcultnr haust, ist ihm durch Jugendeindrücke und spätere Studien vertrant und hat ihm reichen Stoff zu einer großen Reihe von fcirbeufrischen Schilderungen geboten, welche den Reiz der Neuheit entschieden zu beanspruchen hatten. Den Skizzen schlössen sich Erzählungen („Die Juden von Barnow," „Moschko von Parma") an, welche

Es kann nicht Wunder nehmen, daß das geheimnißvolle Dunkel, welches die Gestalt der Properzia de' Nossi umhüllt, zu dichterischer Behandlung reizte. Paolo Costa machte sie zur Heldin einer Tragödie (Bologna 1828), deren Fabel er ans Goethes „Stelln" entlehnte. Das Stiick laßt ziemlich kalt uud leidet außerdem vielfach an mangelhafter Mo- tivirung. Zn einer Novelle benutzte sie der bekannte Kuustschriststeller Pietro Selvntico (ttiormils eli I^Iovü., Jahrg. 1870, Nr. I2L—136), ohne den dnukbareu Stoff poetisch zu erschöpfen.