Briefe Stolbergs cm voß über die Schweizerreise l,7?5.
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Sv waren die Wohnungen beschaffen, in denen sich das bürgerliche Leben des sechzehnten Jahrhunderts in Skandinavien entfaltete. Noch aber gab es andere Häuser, unter andern Bedingungen entstanden und bewvhnt von einer Bevölkerung mit wesentlich andern Ansprüchen. Es waren die ritterlichen Höfe und Schlösser auf dem Lande. Auch sie erfuhren in jener Zeit wichtige Wand^ lungen. Wvhl schützte noch ein breiter Wassergraben das düstere Herrenhaus mit seinem hochragenden Donjvn gegen Angriffe von außen und trennte es selbst gegen die ebenfalls von Wassergrüben umgebenen Wirthschaftsgebäude. Aber der Hauch der Renaissance büßt seine belebende Kraft selbst im Norden nicht ein. Das Streben, die Umgebung künstlerisch reich und anmuthig zu schmücken, wurde rege und durch das Beispiel des königlichen Hofes genährt. Und so finden wir am Ende dieser Epoche, daß auch die Schlösser und Herrensitze ihr unwirsches Antlitz unter phantastischem Schmncke verbergen und daß ihre Umgebung durch Anlage von grünen Gärten und rauschenden Wasserkünsten sich freundlicher gestaltet.
Briefe Friedr. Leop. ^tolbergs an Johann Heinrich Voß über die Tchweizerreise des Jahres ^775.
Mitgetheilt von w. Arndt.
eber die gemeinsam mit Goethe und Haugwitz im Jahre 1775 unternommene Schweizerreise der Grafen Stolberg ist in jüngster Zeit mannichfaches Material bekannt geworden. Heimes uud Jaussen haben für ihre Werke über Friedrich Leopold Stolberg aus dem reichen Familienarchive des Schlosses Brauna schöpfen können. Die nachstehend gedruckten Briefe an Johann Heinrich Voß, deren Originale auf der Münchener Hof- und Staatsbibliothek verwahrt werden und uns durch die Güte des Herrn Oberbibliothekars v. Halm zugänglich gemacht wurden, bieten erwünschte Ergänzungen. An der Hand dieses Materials können wir den Bericht prüfen, den Goethe über die Reise in „Dichtung und Wahrheit" gegeben hat. Wir dürfen nicht vergessen, daß Goethe erst nach vielen Jahren diese Reise beschrieben, baß er, wo nicht Tagebuchaufzeichnungen ihm zu Gebote standen — die bisweilen deutlich zu erkennen find —, sich auf die Erinnerung angewiesen sah, daß somit mancher Zug des von ihm gegebenen Bildes erst spät hinzugefügt sein wird. Um eins hervorzuheben, wer kennt nicht die herrliche Erzählung vom Tyranuenblut? Leider enthalten die Briefe der Brüder Stolberg gar nichts über