Die moderne Geschütz-Industrie.
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auf dem Gebiete des Rechtslcbens die große Aufgabe der Neuzeit, die reinen Formen des classischen Alterthums mit dem lebendigen Inhalt der Gegenwart zu erfüllen."
Bonn. ZV. Kentzler.
Die moderne Geschütz-Industrie.
ls einen ungewöhnlichen Grad intuitiver Gestaltungskraft wird man es immer anzusehen haben, wenn sich dem Blicke des Forschers die Gebilde der Zukunft schon so darstellen, wie sie nachher wirklich Gestalt gewinnen, und die Maße der Zeitdauer, welche die Vorherbestimmungen von ihren Verwirklichungen trennen, erscheinen dann wie pvtenzirte Factoren für die Höhe des Werthes der ersteren. In unsrer schnell lebenden Zeit verleiht für zutreffende Vorherbcstimmung ein Zeitraun: von einem Jahrhundert bis zu ihrer Erfüllung fast schon den Charakter einer Weissagung.
Gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts trat in England ein hervorragender Gelehrter auf, welcher seine geistreichen Speculationen den Lehren der Artillerie zuwandte. In den ersten Regierungsjahren Friedrichs des Großen wurde sein Werk durch Euler für Deutschland mit jener Vorliebe bearbeitet, welche bedeutende Mathematiker für die Lösungen ballistischer Fragen zu gewinnen pflegen. Jener englische Gelehrte nun, der wohlbekannte Robins, sagte in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts folgendes: „Ich bin überzeugt, daß diejenige Nation, welche die besondern Eigenschaften und den Vorzug der gezogenen Kanonen erkannt hat und dieselben gut herzustellen und richtig zu handhaben und zu gebrauchen versteht, ein solches Uebergewicht im Kriege gewinnen muß, wie es alle andern Erfindungen, die bisher zur Verbesserung der Waffen gemacht worden sind, nicht geben können. Ich wage sogar zu behaupten, daß gezogene Kanonen einer Armee dieselben Vortheile über eine andre, die solche nicht besitzt, geben werden, als es die Feuerwaffen zur Zeit ihrer Erfindung thaten."
Mehr als ein Jahrhundert sollte es allerdings dauern, bis diese Worte des Gelehrten sich erfüllten; dann aber sollte seine Prophezeiung auch buchstäblich wahr werden. In dem Kriege in Oberitalien, im Jahre 1859, führte die französische Armee zuerst gezogene Kanonen, gegenüber den glatten Geschützen der Ocsterreicher. Und da lesen wir denn aus jener Zeit: „Wenn es die Gefechtslage noch nicht gestattete, daß die österreichischen Batterien sich so weit von den