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Alfred Meißner.
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Der pariser Salon.

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Und nun sammelte er alle Kräfte und Gaben seines Talents, um noch Besseres zu bieten. 1858 erschien dieScmsara."

(Schluß folgt.)

Der pariser Salon.

von Adolf Rosenberg. 2.

lle Opfer, welche der Staat bringt, alle Belohnungen, die er mit großmüthigen Händen spendet, sind nicht imstande, die empfind­liche Pflanze der Malerei großen Stils auf frauzösischein Boden zu acclimatisireu. Man braucht nur vom Luxemburg zum Lvnvre zu gehen, um sich darüber klar zu werden, daß die Franzosen über Geriecmlt und Delaervix nicht hinausgekommen sind und daß alle Bemühungen, diese beiden Heroen zu überbieten, sich in einem Kreislauf bewegt haben. Gcricaults Schiffbruch der Medusa" und Delaeroix'Gemetzel von Chios" sind gleichsam unerschöpfliche Compendien für die zahllosen Schrcckensseenen, welche die fran­zösischen Maler in der falschen Voraussetzung, daß das Dramatische mit dem Entsetzlichen, das Tragische mit dem Traurigen identisch sei, während der letzten fünfzig Jahre geschaffen haben. Jene Beiden wollten, indem sie so grauener­regende Stoffe wählten, in eine möglichst entschiedene Opposition zu dem in den zwanziger Jahren herrschenden faden Classicismus treten. Nachdem sich nun aber der Umschwung zu ihren Gunsten vollzogen, nachdem Naturalismus und Nomantik den Thron bestiegen, nachdem der Stein ins Rollen gerathen war, gab es keinen Halt mehr auf der einmal betretenen Bahn. Die beiden Bahn­brecher selber hatten gleich zum ersten Male so hohe Trümpfe ausgespielt, daß sie ihre Erstlingserfolge nicht mehr in den Schatten stellten. Gericault wurde die Möglichkeit dazu durch einen frühzeitigen Tod genommen; aber Delaeroix durfte sich noch einer langen Periode des Schaffens erfreuen, in welcher er zwar einzelne Punkte des in derBarke des Dante" und dem NasWors äs 8Kio aufgestellten Programms noch ausführlicher darlegte, dasselbe aber nicht wesent­lich erweiterte. Virgils und Dantes abenteuerliche Fahrt auf dem See der Zornigen spricht bereits mit vollster Deutlichkeit das coloristische Glaubensbe- kenutniß eiuer Schule aus, deren Jünger nach sechzig Jahren noch nicht viel weiter darüber hinausgekommen sind. Es ist charakteristisch, daß selbst das originellste, wuchtigste uud am meisten versprechende Talent der modernen fran­zösischen Schule, der 1871 gefallene Henri Negnault, nichts besseres zu thun wußte als an Delaeroix anzuknüpfen. Nur nach einer Richtung hat sich die neuere Schule über ihren Altmeister hinaus stark vervollkommnet: in der Zeichnung, in dem Respect vor der Form. Leute wie Henner, welche den Körper in Dunst