Polens Zviedergl'lmrt. ZY9
Tnnschmitteln, unter Umständen sicherer Tod. Das nächste Ziel indeß war gesteckt; bei den Varöze hatte er von dem Versuche eines Missionars gehört, der mit Lvbvsst wegen Einführung des Christenthums verhandelte. Diesen galt es zu erreichen und von ihm die Mittel zur Weiterreise zu erlangen. Diese erfolgte zunächst mit Booten auf dem wasserfallreichen Znmbesi bis nach Einbarirae an der Einmündung des Cuaudo (oder Lininnti) in den Zambcsi, dann zu Lande. Zuerst stieß er hier auf zwei Engländer, die ihn zwar speisen aber nicht mit Reisemittcln ausstatten konnten, und schließlich erreichte er das Lager des französischen Missionars Coillard, der sich mit Frau und Nichte in Pasamatenga aufhielt. Von allem entblößt, aufs äußerste von den unsäglichen Anstrcngnngen, Entbehrungen und Fieberanfällen entkräftet nud im Nervensystem durch die fürchterliche Aufregung zerrüttet, verfiel er schließlich in eine schwere Krankheit, die er vhne die sorgsame Pflege der Frau Coillard wahrscheinlich nicht überstanden hätte. Er genas und konnte nun mit mehr Hoffnnng in die Zukunft sehen. Mit der Familie Coillard reiste er zunächst nach Schoschvng, wo er diese verließ und von miem Engländer das nöthige Geld zur Fortsetzung der Reise sowie ein Pferd erhielt. In Schvschong und später in Pretoria wurden ihm die ersten Hnl- dignngen für seiue hcldcumüthige Reise zu Theil, und nun waren alle Schwierigkeiten beseitigt.
Serpa Pinto tritt uns in seiner Rcisebeschreibnng als eine sehr sympathische Persönlichkeit entgegen, voll Energie und Edelmuth, voll Patriotismus und Humanität, voll Kraft uud feiner Empfindung, Eigenschaften, welche dein reichen und neuen Inhalt und der schlichten Darstellung des Erlebten und Gesehenen einen eigenartigen Zauber verleihen. Wir konnten in dem Vorstehenden nnr cine Skizze seiner Reise geben und schließen mit der Versicherung, daß jeder, der das farbenreiche Gemälde des Verfassers selbst zur Hand nehmen wird, ebensoviel echten Genuß wie vielseitige Belehrung zu erwarten hat.
Polens Wiedergeburt.
ielleicht über keine politische Frage herrschte früher so viel Unklarheit und ergoß sich so viel sinnloser Enthusiasmus in der liberalen Welt wie über die polnische, die doch schon vor 1863 kaum noch den Namen einer Frage verdiente. Welche Thorheiten konnte man 1848 von sonst leidlich verständigen Leuten über sie äußern hören, »nd wie abgeschmackt urtheilte während des letzten großen Aufstandes der Polen