Z12 Lalderon.
die Stein-Hardenbcrgsche Gesetzgebung Herkommen, und die Russen haben den Gebrauch wahrscheinlich wie manches andre „Europäische" durch die germanischen Fürsten erhalte», die unter dem mythischen Rnrik in ihrer Urgeschichte figuriren.
(Lalderon.
Line literarhistorische Studie zu semer Gedächtnißfeier, von Paul Schonfeld.
(Schluß.)
ie Palme gebührt unter den Stücken, die Calderon aus dem Alterthum schöpfte, unstreitig der „Tochter der Luft" (I^r bi,M äsl Ars*), einer aus zwei Theilen bestehenden Tragödie, die in Bezug auf kunstvolle Architektonik und übersichtliche Gliederung eines überreichen Stoffes das Meisterwerk des Dichters genannt werden darf. Schon dnrch Cristoval de Viruvs hatte die Geschichte der Semiramis, wie wir sahen, eine dramatische Bearbeitung erfahren, die Caldervu zum Theil benutzte, freilich in einer Weise, wie es Shakespeare mit seinen Vorgängern that, den Stoff unendlich vertiefend und an Stelle lose aneinandergereihter Ereignisse einen strengen Organismus von Seenen setzend. Nur in den Hauptzügen wollen wir den Gang der bewegten Handlung verfolgen.
Semiramis, infolge einer Weissagung, daß durch sie unerhörte Greuel geschehen würden, von ihrer Geburt an in einer Höhle bei Askalon verborgen gehalten, wird von Menon, dem Feldherrn des Ninus, den dieser zum Herrn der Gegend eingesetzt, in ihrer Einsamkeit gefunden und berichtet ihm ihre wunderbare Herkunft: Tochter einer Nymphe Dianas, ward sie von letztrer verfolgt, von Venns aber beschützt und durch Vögel gespeist, weshalb sie sich Tochter der Luft nennt. Von ihren Reizen bezaubert nimmt Menon sie mit sich und führt sie auf einen Landsitz. Dem Könige schildert er in überschwüuglicher Weise ihre Schönheit und erweckt dessen Begier sie zu sehen. Die anwesende Irene, die Schwester des Königs, giebt unzweideutig ihren Unmuth über Menvns Begeisterung zu erkennen. Ninus wird auf der Jagd mit Semiramis zusammengeführt und von ihrer Schönheit völlig bestrickt; doch sie entreißt sich ihm, der König befiehlt
Ebd. im 4. Bnndi',